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Guido Ascanio Sforza (Santafiore), ein Sohn der Costanza Farnese; und vorseiner Besteigung des heiligen Stuhls auch Paul III. selber; dazu die beidenPucci, (Santiquattro) erst Lorenzo, dann sein Neffe Antonio. Unter den Gegnern,die man zu gewinnen versuchte, der Oheim der Tolomei Girolamo Ghinucci(-j- 1541) und Simonetta, der, obgleich er der Unbestechliche hieß, kurz vorseinem Ende den Goldcrusaden der portugiesischen Gesandten erlag, einem der-selben das bitterböse Wort entlockend: »Schade, der war wenigstens schongekauft!« (Herculano, Inquis., IL, 214.)
3 ) In welcher Eigenschaft Hollanda in der Curie hätte verbleiben können, ver-meldet er nicht. Von den ihm bekannten Persönlichheiten aus der UmgebungPaul III. lernen wir in den Dialogen außer den Cardinälen nur den SecretärBlosius und den Bleisiegelbewahrer kennen; dazu einen Architekten und einenPrediger. Weder Bembo, noch Sadoleto werden genannt, obwohl sie zu mehrerenhervorragenden Portugiesen in Beziehungen standen.
4 ) Hollanda's König und Gebieter, Johann III., war der Erstgeboreneund Erbe Emanuel's. Geboren 1502, regierte er von 1521—1557' Durch seineMutter D. Maria war er ein Enkel der wahnsinnigen Johanna und Neffe Karls V.,den er statt Oheim, Bruder nennen durfte, seit er selbst 1525 des Kaisersjüngster Schwester Katharina die Hand gereicht hatte. Kurz darauf vermählte erjenem die eigene Schwester Isabella (1526). Des Kaisers Sohn Philipp II. warddann 1543 der Gemahl einer Tochter der portugiesischen Herrscher. Und einemSohne dieser ward 1552 die Hochzeit rait Philipps Schwester Johannagerüstet. Weiteren Verbindungen zwischen den beiden regierenden Häusern,die zur Einigung der ganzen Halbinsel führen sollten, setzte der Tod eineSchranke. Die letzte, vom Wurme leiblicher und geistiger Krankheit zerfresseneBlüte derselben war in Spanien der Infant Don Carlos; in Portugal KönigSebastian, dem bereits eine Tochter Philipps zugedacht war. Beide starben als24-jährige Jünglinge. — Die Meinungen über Johann III. gehen sehr auseinander,sdwohl was seine persönlichen Eigenschaften, als was seine politische Einsichtund die Tragweite seiner Regierungsmaßregeln betrifft. Das's er trotz tüchtigerLehrer kein Lateiner geworden ist, erklären einige allermodernste Geschichts-schreiber als Beweis für ererbte krankhafte Anlage. Unsere Aufgabe ist es nicht,abzuwägen, wo die Grenze zwischen eigenem Verschulden und den unabwend-baren Folgen früherer Handlungen und Geschehnisse zu ziehen ist. Wie seinemVorgänger der Name des Glücklichen geworden ist, so verdient wahrlich denNamen des Unglücklichen der Fürst, welcher aus Geldnoth und'Menschen-mangel die Factorei in Flandern schließen, von der ungeheuren ColonialmachtPortugals die ersten vier Stücke in Afrika aufgeben musste und in der Zeit derGegenreformation, als es nöthig schien, den sich aus Fesseln und Bandenbefreienden Menschengeist in starrere Formeln zu zwingen, zum fanatischen, kurz-sichtigen Verfechter der Glaubens-Einheit und Reinheit wurde. In der erstenHälfte seiner Regierung erreichte freilich der indische Besitz seinen Höhepunktdurch die glorreichen Waffenthaten in Diu (153 1, 1538, 1546), die Triumphe desDon Joäo de Castro, die Gründung von Niederlassungen in Japan und China, dieEntdeckung Ncu-Hollands. Auch in der Heimat erwarb der König sich durchUmgestaltung der Schulen, sowie der nach Co'imbra verlegten Universität (1537)und die Berufung vorzüglicher Lehrkräfte unleugbare Verdienste, die selbst