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Vier Gespräche über die Malerei, geführt zu Rom 1538
Entstehung
Seite
183
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Lande öffentlich ehre, wo sie nicht gekannt ist und für einegeringwertige Sache gilt. Und die Maler von geringerem Ruhmebitte ich um Verzeihung, falls dieses Buch irgend eines ihrerWerke verunglimpft hat, | denn solches war nicht meine Absicht, f. 177Vielmehr schrieb ich alles zu dem Zwecke, ihre Kunst zu ver-herrlichen und dem Adel wie dem Volke zu zeigen, wieviel Ehreund Gunst man ihr erweisen soll und wieviel höher der Wertdes Wenigen ist, was uns von dieser edlen Wissenschaft übriggeblieben ist, als das Viele anderer Kunstfertigkeiten.

Aus Ehrerbietung und zum Ruhme der Malerei allein warich genöthigt, bisweilen die gewöhnlichen und niederen Malervon denen zu sondern, welche sich zu den höchsten Höhenerhoben haben. Doch verachte ich sie keineswegs, sondern schätzesie und das habe ich mein ganzes Leben lang vor Gott und denMenschen gethan; denn es ist meine Art, selbst die schlechteMalerei nicht zu tadeln noch zu schmähen, auch wenn alleübrigen Böses von ihr sagen, sondern an jedem einzelnen zuloben, was er vermag, und bisweilen auch seine bloße Absicht. 23 '

Dem beachtenswerten Rathschlag meines klugen VatersAntonio de Hollanda folgend, widme ich dieses Buch EurerHoheit, vieledler und mächtiger, milder und gütiger, glücklicherund | erhabener Herr und Gebieter! f. 178.

T E A 0 £.

Vollendet heute, am Tage des heiligen Evangelisten Lucas,

zu Lissabon

im Jahre MDXXXXVIII.