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Vier Gespräche über die Malerei, geführt zu Rom 1538
Entstehung
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Stelle herabzuholen. 226 Auch Gethier, Vögel, Küchenkräuter undandere Kleinigkeiten malte er, weshalb er »Rhyparographos«genannt wurde; menschliche Gestalten aber verstand er nichtdarzustellen, ließ sich jedoch für jene Nichtigkeiten besserbezahlen, als viele andere für großartige Werke. 227

Pausias aus Sykion, ein Sohn des Briefes, war der erste,welcher die Täfelung der Zimmer zu bemalen pflegte, denn vorihm hatte kein anderer verstanden, die Decken auf diese Weisezu zieren. Er malte kleine Figuren, hauptsächlich Knabengestalten,und zwar so schnell, dass er, um diesen Ruf zu erlangen, dasBild eines Knaben in einem Tage fertigstellte, weshalb man diesesGemälde »Hemeresios« nannte. Er liebte eine seiner Mit-bürgerinnen, Glykera, die Erfinderin des Guirlandenwindens; unddiese, welche man | »Stephanopolis« nannte, malte er, wie f- * 7 *sie sitzend eine Guirlande flicht, in einem so anmuthigen Bilde,dass L. Lucullus in Athen eine Copie danach für zwei Talente(1200 Krusaden) kaufte. 228

Von Cydt'as 229 kennen wir ein einziges Gemälde, für welchesder Redner Hortensius 144 römische Talente gab (600 Krusaden);auch baute er dafür einen Tempel — und doch war es nicht dasAntlitz unseres Heilands. 230

Nikias aus Athen verstand es, mit besonderer AnmuthFrauengestalten zu malen, und behandelte Licht und Schattenmit großer Kunst, darauf bedacht, dass seine Figuren gleichsamplastisch aus den Gemälden hervortreten. Ein Werk von ihm,das von Silanus aus Kleinasien nach Rom gebracht wurde, isteine Nemea; ein anderes, welches den Bacchus darstellt, befandsich im Tempel der Concordia. Ein jugendlicher Hyacinth sagtedem Kaiser Augustus so zu, dass er ihn von Alexandrien nachRom mitnahm, weshalb Tiberius das Bild später als Weih-geschenk in einem Tempel aufhängte. In Athen befand sich dieBeschwörung der Schatten der Unterwelt durch Odysseus, nachHomer, ein Gemälde, das er dem König Attalus nicht für60 Talente überlassen, | sondern lieber seiner Vaterstadt zum f. 175.Geschenke machen wollte.

Timomachus aus B y z a n z malte zur Zeit Cäsars für diesenselbst einen Alexander, sowie den Telamonier und die ZauberinMedea, die jener für 80 attische Talente erwarb — jedes attische

Qnellenschr. IX. Bd. 12