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Vier Gespräche über die Malerei, geführt zu Rom 1538
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Art arbeiten sehen, noch auch in Flandern, wenn es auch manch-mal so aussieht, als ahme man dieselbe dort nach.

Doch muss ich, der Wahrheit gemäß, hier etwas berichten:dass ich nämlich | in meiner Jugend, ehe mein Herr und König f. 154-mich nach Italien schickte, in Evora, als ich zwei Historienschwarz-weiß ausführte — eine mit der Begrüßung Mariae,die andere mit der Ausgießung des heiligen Geistes —für ein Festtags - Brevier seiner Hoheit des Königs — selb-ständig diese Art und Weise, mit Atomen nebelartig zu illumi-nieren, erfand, wie D. Giulio sie in Rom ausübte.' 60 Auch meinVater, der Gefallen daran fand, hatte schon damit begonnen. InRom aber arbeitete, wie gesagt, Giulio allein in jener selbenWeise, die ich, noch in Portugal, erfunden hatte. Natürlich setztees mich in Staunen, zu erkennen, dass fast zu derselben Zeit,wo ich in Evora zu jener Manier, mit dem Atomgewebe zumalen, gekommen war, er, fünfhundert Meilen entfernt, zu Romdas Gleiche auf eigenen Wegen gefunden hatte. Diese Art zuMalen gebürend zu würdigen ist nicht leicht, doch | noch schwerer f. 154ist es, sie anzuwenden, weshalb ich damals, hätte mir eine Palme v "zugebote gestanden, dieselbe D. Giulio gereicht hätte als demgrößten unter allen Miniatoren Europas, in Gegenwart jenerRömer und des Valerio de Vicenza. 161

Zu einem derselben gewendet, sprach D. Giulio jedoch zujener Stunde:

— »Edler Herr Camillo m ! Ihr solltet mich auf die Fehler inmeiner Arbeit aufmerksam machen, da Francisco de Hollandaes nicht thun will und mich mehr preist, als ich verdiene. <

Der Römer aber begann also seine Rede, und zwar:

i. Gegen diejenigen, welche sich unterfangen,Malwerke mit Unverstand zu beurtheilen.

— »In Italien gibt es viele große Herren und Edelleute, diebeim Anblick irgendeines bedeutenden Gemäldes dasselbe preisen

und loben, in so richtiger Erkenntnis aller seiner Vorzüge, | als f. 155.wären sie selbst Meister; und oftmals setzt es mich in Staunen,

Julius, die ich eigentlich in der Hand hätte haben müssen. Ich verstehe:ich gab ihm durch Lob Sprüche die Palme, die ich ihm auch effectiv ge-Beben hätte, falls sie mir zur Hand gewesen wäre. S. die Erläuterung.