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Vier Gespräche über die Malerei, geführt zu Rom 1538
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mir erweisen wollt, zu verdienen, das was ich für diesen Nach-mittag plante, ungethan gelassen hätte. Um keinen Preis hätteich es gethan. | Da Gott mir aber die hohe Gunst gewährt, dass f. 152.ich Euch nicht entfliehen kann, und ich etwas Großes verliere,nur um noch Größeres zu gewinnen —■ wie eben jetzt — soerkläre ich, dass ich bereit bin zu allem, was die Herren zubefehlen belieben, und dass ich, gerade weil ich viel aufgebe,um hier zu bleiben, mich dazu entschlossen habe, es zu thun!«

Alle erfreute es, dass ich dort bleiben wollte; und Valeriode Vicenza, gleichsam um mir sofort zu beweisen, dass ich dortkeinen der Vortheile vermissen würde, die mir anderwärts zutheilgeworden wären, zog unter seinem Sammetgewande fünfzigMedaillen von feinstem Golde hervor, die er mit eigener Handnach Art der antiken hergestellt hatte, und zwar in so bewun-derungswürdiger Weise, dass sie mir die hohe Meinung, die ichVom Alterthum hatte, als schier übertrieben erscheinen ließen.Unter diesen Medaillen, die von bewunderungswürdiger Prägungwaren, zeigte er mir eine, welche auf der einen Seite eineArtemisia nach griechischer Art und auf der anderen das Mausoleumdarstellte; und dazu eine zweite nach römischer Manier mit einemVergil und einer Hirtenscene | auf der Kehrseite, welche beide mich '■ 152mehr als alle übrigen entzückten, so dass ich Valerio fürderhinfür einen noch bedeutenderen Meister hielt als vorher. 158

»Wohlan, Messer Francisco!*- — wendete sich dieser daraufan mich — »sagt uns, welches der Gegenstand Eurer Unter-haltungen mit Vittoria Colonna und Michel Angelo gewesen ist?«

— »Kein anderer und kein geringerer« — entgegnete ich —»als die edle Malerkunst.«

— »Einen edleren und höheren hättet Ihr überhaupt nichtfinden können« —■ erwiderte jener — »denn ausgegangen vondem Maler über alle Maler, der uns erschaffen hat, nachdem erdie ganze Erde für uns gemalt hatte, kehrt sie abermals zu Ihmzurück, in dem alles Hohe und Edle gipfelt.« ,51

— »Auf welchem Gebiete aber bewegten sich Eure Gesprächeüber die Malerei?« — ergriff D. Giulio das Wort. Ich aberlenkte ab, indem ich ihn also herausforderte:

— »Besser wäre es, D. Giulio, wenn Ihr diesen Herren