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Vier Gespräche über die Malerei, geführt zu Rom 1538
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Gerade in jenem Augenblicke trat, begleitet von drei römi-schen Edelleuten, von denen einer sich sogleich wieder entfernte,Valerio de Vicenza zur Thür herein und eilte alsbald auf michzu, mich mit lauten Freudenbezeugungen umarmend und^ 151.begrüßend, denn seit er aus Venedig gekommen, hatten wiruns nicht gesehen. 155

Dieser Valerio de Vicenza war trotz seines Alters einnoch stattlicher Edelmann von hoher Bildung, einer von den-jenigen modernen Bildnern, die es den heidnischen Meisterndes Alterthums in der Kunst, Münzen und Medaillen aus Gold,Kryställ oder Stahl, vertieft oder in Halbrelief herzustellen,gleichzuthun suchten. Er war mir ein lieber Freund, sowohlwegen seiner trefflichen Eigenschaften, als wegen des D. Giuliode Macedonia, in dessen Hause wir weilten. Als wir uns begrüßthatten und mein Freund durch D. Giulio erfuhr, wie eilig iches mit dem Fortgehen hätte, sagte jener:

— »Schlagt Euch das aus dem Sinne, Messer Francisco deHollanda! Keinen Fuß werdet Ihr heute mehr aus diesem Zimmersetzen, bis der Abendstern die Nacht heraufführt. Mögen die FrauMarchesa und Michel Angelo mir diese Gewaltthat verzeihen,die ihre Entschuldigung in sich selbst findet. Heute wollen wirhier | Hof halten, mit diesen Herren hier, die sehr wohl geeignet f 151sind, einen solchen zu bilden.«

Hier meinten auch die Edelleute, man könne keinen besserenHof halten, als den dort versammelten, und baten mich, sie nichtzu verlassen. Und ihren Bitten schloss sich D. Giulio an. Wohllag mir der ursprüngliche Zweck meines Ganges sehr am Herzen;aber da ich nun einmal dort war, glaubte ich mich nicht entfernenzu dürfen, die Verantwortung für mein Bleiben aber wohl aufmich nehmen zu können, zumal ich auf die Botschaft der Mar-chesa nichts anderes geantwortet hatte, als »dass ich michbemühen würde, den Befehlen der hohen Frau nachzukommen«— was ich in Wahrheit bis zu diesem Augenblick gethan hatte,soweit es in meinen Kräften stand, indem ich sogar wichtigeAngelegenheiten hintangesetzt, die ein anderer möglicherweisenicht vernachlässigt hätte.

Daher antwortete ich:

— »BeimTiberfiuss schwöre ich Euch, MesserValerio, dass ichum keines anderen Vortheiles willen, als den, die Gnade, die Ihr

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