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Vier Gespräche über die Malerei, geführt zu Rom 1538
Entstehung
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Viertes Gespräch. | f. 149.

Wenn wir uns auf gewisse Dinge verlassen und sie für ganz

sicher halten, so geschieht es fast immer, dass wir getäuscht und in

unserer eitlen Zuversicht betrogen werden. Anderemale jedoch tritt

gerade das Gegentheil ein: wir können den Ereignissen nicht ent-

; fliehen, noch sie uns, und das Unabänderliche verwirklicht sich.

So ereignete es sich an dem Tage nach der Unterredung,die wir ohne die Marchesa miteinander gehabt hatten, dass,als ich nichts ahnend nach der Messe aus Santa Maria dellaPace heraustrat, ein Diener des Messer Lattanzio auf michzukam und mir im Namen der Marchesa auferlegte, mich, so-bald ich gespeist hätte, nach dem Monte Cavallo zum KlosterSan Silvestro aufzumachen. m

Natürlich folgte ich diesem Befehle und speiste | in freudiger f. 149Hast, denn ich hatte geglaubt, wir würden uns erst nach längerer v 'Frist wieder an jenem Orte einfinden und jene edle Versammlungum uns sehen, die wir der Gegenwart der Marchesa verdankten;deshalb wollte ich um keinen Preis die glückliche GelegenheitVersäumen. 152 Während ich solchen Willens war, hätten gewisseZwischenfälle beinahe gleich anfangs seine Verwirklichung ver-eitelt. Der portugiesische Gesandte D. Pedro Mascarenhaswies mich nämlich an, den Papst aufzusuchen; und gleichzeitigließ mir Sixto Cordeiro, 153 der eleganteste Weltmann unter allenPortugiesen, welche damals in Rom lebten, melden, er erwartemich in der Via dei Banchi, um Briefe aus unserer Heimat,welche der Courier aus Spanien gebracht, in Empfang zu nehmen.

Ich aber beschloss, mich über alle diese Hindernisse hinwegzu-setzen und machte mich auf nach dem Monte Cavallo. Da es mirjedoch zu früh schien und ich am Hause des Cardinal Grimaldi vor-über musste, 154 wollte ich D.Giulio de Macedonia, seinen Kammer-herrn, den vorzüglichsten Miniaturmaler auf Erden, wegen eines