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Vier Gespräche über die Malerei, geführt zu Rom 1538
Entstehung
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Plutarch erzählt in dem Buche De liberis educandis, einunbedeutender Maler habe Apelles eine Arbeit von sich mit derBemerkung gezeigt: »die habe er soeben eigenhändig ausgeführt,«worauf Apelles entgegnete: »Hättest du mir das auch nicht mit-getheilt, so würde ich sowohl deine Hand als auch die Raschheiterkannt haben ■—■ und nur darüber wundere ich mich, dass dunicht täglich viele solche Bilder fertigstellst.« 148

Wenn es sich aber nur darum handelt, ob man schlechtoder weniger schlecht malt, so würde ich Schnelligkeit der Langsam-keit vorziehen, und für besser halten, mein Maler malte eifrig undweniger [gut] als der, welcher schwerfällig ist, und ein klein wenigBesseres — aber nicht viel Besseres ■— zuwege bringt. 149

Nun aber will auch ich etwas von Euch erfragen, MesserFrancisco, gleichfalls um zu sehen, ob Eure Ansicht mit dermeinigen übereinstimmt. Da es nämlich sehr verschiedene Artender Malerei von ungefähr gleicher Güte gibt, — welche darunterhaltet Ihr für die schlechteste und welche | für die minder gute?« f. 148,

»Das ist eine noch schwierigere Frage als die, welche ichEuch vorgelegt hatte« — erwiderte ich. — »Doch meine ich,allwie die Mutter Natur hier Menschen und Thiere und daMenschen und Thiere hingestellt hat, alle nach ein und derselbenArt und Weise und dennoch voneinander gar verschieden, sogeschieht es auch, dass Ihr viele bedeutende Maler finden könnt,die mit Künstlerhand in wundervoller Meisterschaft Männer wieFrauen und Thiere malen, jeder aber nach seiner eigenen, von deraller anderen ganz verschiedenen Manier, ob auch nach gleichemMaß und Gesetz. Alle diese mannigfachen Malweisen nun könnengut, und gerade um ihrer Besonderheit willen, lobenswert sein.

So hat hier in Rom Polidor eine ganz andere Art desMalens gehabt als Balthasar von Siena ; Älesser Perino maltnicht ebenso wie Giulio, der Mantuaner; Martorino gleichtnicht dem Parmegiano; in Venedig war Tizian weicher alsLionardo da Vinci, und die Feinheit | und Milde Raphaels von f. 148Urbino ist mit der Art des Venetianers Sebastiano nicht zu ver-wechseln; Eure Weise ist mit keiner anderen zu vergleichen, jaselbst mein geringer Geist ist keinem anderen ähnlich. 150 Wenn nunauch alle diese berühmten Meister, von denen ich gesprochen

habe ich angenommen, dass nach menos das unentbehrliche bem ausgefallen ist.