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ein unnachahmliches Wunder gehalten worden. Wir hören, wieAlexander der Große, Demetrius und Ptolemaeus und viele anderepreisenswerte Fürsten sich rühmten, sie zu kennen und zu begreifen.Unter den Caesaren haben wir den göttlichen Julius, OctavianusAugustus, Agrippa, Claudius, sowie Caligula und Nero, die nur indieser einen Hinsicht rühmenswert sind. Desgleichen Vespasianus undTitus, wie aus den herrlichen Bildwerken des Tempels der Friedens-göttin hervorgeht, den er nach der Besiegung der Juden und derEroberung Jerusalems erbaut hat. Und was soll ich von demgroßen Kaiser Trajan sagen ? was von Aelius Hadrianus ? der miteigener Hand trefflich zu malen verstand, wie seine BiographenDio, der Grieche, und Spartianus schreiben. Was erst von demgöttlichen Marcus Aurelius Antoninus, | der, laut Julius Capitolinus, f. 110.bei dem Meister Diogenitus in die Lehre gegangen ist ? Selbst derkriegerische Fürst Alexander Severus hat, wie Helius Lampridiusberichtet, seinen Stammbaum gemalt, um zu zeigen, dass er seinenUrsprung von den Metellern herleitete. Von Pompejus erzähltPlutarch, dass er in Mytilene mit dem Griffel den Grundriss undeine Ansicht des Theaters gezeichnet habe, das er in Rom bauenwollte und auch wirklich gebaut hat. 49
Denn, obgleich die edle Malerkunst hauptsächlich um ihrerWerke und Wirkungen willen Verehrung verdient, ohne dassandere Beweisstücke nöthig wären, als die von ihr selbst gelie-ferten, so wollte ich doch hier vor Kennern zeigen, von was fürMännern sie geschätzt worden ist. Wenn daher zufällig irgendwannund irgendwo ein großer, d. h. ein hochstehender Mensch dieseKunst geringschätzen wollte, so soll er wissen, dass Andere undGrößere sie gepriesen haben. Denn wer darf sich dem griechischenAlexander oder dem römischen gleichstellen ? Wer übertrifft Caesaran Heldenmuth ? Wer erreicht den Ruhm des Pompejus? Wer dieFürstentugenden des Trajan? | Alexander und Caesar und ihres-f. 110gleichen haben aber die göttliche Malerkunst nicht nur heiß geliebt v "lund ihre Werke königlich bezahlt, sondern sie sogar mit eigenerHand ausgeübt und gepflegt. Wer vermöchte sie daher in barbari-scher Überhebung zu verwerfen, der sich vor ihrem ernsten undstrengen Angesichte nicht klein fühlte und ungleich geringerfals sie?« ^-
Da es schien, als wolle Lattanzio hier aufhören, fuhr dieMarchesa fort: