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Vier Gespräche über die Malerei, geführt zu Rom 1538
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CLVI
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weise nicht geringachten, sondern ihm dafür unendlichen Dankwissen. Des weiteren aber ist es zu empfehlen, dass wir denWert desselben verdoppeln, indem wir von denen zu wissenbegehren, welche in so schätzbarer Weise leben, wie EuereHerrlichkeit. Obgleich beständige Mühsal und die Ungunst der ver-flossenen Zeit mich von jeglichem Studium und von Kundgebungenzurückhielten, haben sie mir dennoch die beglückende Erinnerungan Euere Herrlichkeit nicht benehmen, noch mich daran hindernkönnen, dass ich immer nach Nachrichten über Euere Gesundheitund Euer Ergehen fragte, die mir noch jetzt ebenso theuer sind,wie allen Eueren liebsten Freunden. Ich denke vielmehr, dassmit allem Glücke, welches der allmächtige Gott Euerer Herrlichkeitschickt, auch mir unermessliche Gnade erwiesen wird, für dieich ihm zu Danke verpflichtet bin. Um dieser Freundschaft abernicht verlustig zu gehen, habe ich diesen Brief zu schreibenunternommen, damit Ihr mir reichlich zu wissen thut, wie IhrEuch jetzo in diesen glücklichen Tagen Eueres Alters befindet,in denen ich vermeine, dass Ihr Euch in nicht weniger preisens-werten Thaten, d. h. durch gutes Beispiel heroischer Tugend,übt, als diejenigen Werke es sind, welchen Euerer ewigen Rühmenswürdigen Hände kraft Euerer Malerkunst geschaffen haben. Undum der großen Liebe willen, die ich für selten schöne Dingeempfinde, ganz besonders jedoch für die Werke Euerer Herrlichkeit,seit der Zeit, wo ich in Rom war, bitte ich Euch um die Gnade,mir irgendeine Zeichnung zu schicken, als dauernde Erinnerungan Euere Schöpfungen, wenn es auch nicht mehr sein kann alsein Umriss oder bloß ein Strich, gleich dem des Apelles, aufdass derselbe mir ein wahrhaftiger Beweis der Gesundheit EuererHerrlichkeit und zudem ein sicheres Gedenkzeichen unsererFreundschaft sei. — Ich ersuche Euere Herrlichkeit um ein Gegen-schreiben und um Nachricht, ob Messer Lattanzio Tolomei,mein theurer Schutzherr und Euer sehr lieber Freund, noch amLeben ist.

Gott der Herr erhalte Euere Herrlichkeit viele Jahre undschenke Euch, nach diesem beschwerlichen Erdenwallen, seinenhimmlischen Frieden.

Mein Vater Antonio d'Olanda empfiehlt sich Euerer Herr-lichkeit und ich thue hiermit das gleiche. Lissabon, am 15. August1553. Euer Francisco d'Olanda.«

Zuerst bei Gotti, Vita di Michelangelo, 246 (nach dem