— CXLVII —
werden wird, einige von Andrea angefangene Arbeiten zu voll-enden übrigblieben.«
»Als er sich nun jahrelang in Portugal verweilt hatte, wurdeihm dieser Dienst lästig, und er beschloss, aus Sehnsucht seinToscana und die Verwandten und Freunde wiederzusehen, nach-dem er eine hübsche Summe Geldes zusammengebracht hatte,unter Zustimmung des Königs, nach Hause zurückzukehren. Undda er, ob auch mit Schwierigkeit, Urlaub erhalten hatte, gienger heim nach Florenz, dorten jemand zurücklassend, die unvoll-endeten Werke zu beenden.«
So berichtet der Aretiner. (Vasari-Milanesi, IV., 513.) —Über die von 1491—1500 von Sansovino in Portugalgeschaffenen Arbeiten ist man aber noch heute im Dunkeln,so verschiedene Versuche, es zu lichten, auch unternommenworden sind. Auch nicht ein Document ist zum Vorschein ge-kommen, an das man sich halten könnte. Die von Milanesi inden Fußnoten zu den Vite, von Paul Schönfeld in seiner wert-vollen Denkschrift über Andrea Sansovino und seine Schule(Stuttgart, 1881), von Alb. Haupt (Bauk. der Ren. in Port.)und neuerdings von Th. Rogge (Lützow, N. F. VII. 280) vor-gebrachten Muthmaßungen sind keineswegs überzeugend, son-dern bedürfen in ihrem thatsächlichen Theil der Berichtigungund Ergänzung.
1) Der Palast mit vier Thürmen. Albrecht Haupt(IL, S. IV. und 148) sucht ihn im Schlosse von Alvito auf Grundeines quadratischen Arcadenhofes und der vier Eckthürme (andereBeschauer haben nur drei entdeckt). Als der deutsche Fachmannund Kunstkenner dem Gebäude gegenüberstand, schien es ihmso wenig bemerkenswert, dass er es auch nicht der kleinstenSkizze würdigte, ja nicht einmal das Innere betrat. Erst lange,nachdem er das Land verlassen hatte, wurde ihm klar, dass wirin diesem, 1494 begonnenen, unter Emanuel vollendeten Castell■ unzweifelhaft das Werk Sansovino's besitzen. Vorher hatte eran den Lissaboner Uferpalast gedacht, obwohl derselbe, wie manihn auf verschiedenen alten Stadtbildern erblickt, den AngabenVasari's durchaus nicht entspricht. Mir scheint auch das Schlossder Barone von Alvito die sonstigen zeitgenössischen Bauten imAlemtejo in keiner Hinsicht zu überragen. —
Auch dem von Theodor Rogge (1896) im Anschluss an Joaquim
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