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Meisters Säumigkeit im Erfüllen von Versprechen die Schuld ander Nichtausführung getragen zu haben scheint.')
Ausgeführt ward hingegen ein Werk der Kleinkunst, dassich bis zum heutigen Tage erhalten hat, ein kostbarer Degenvon der Hand Benvenuto Cellini's, mit welcher Johann III. denSieger im Schmalkaldischen Kriege Maximilian Grafen von Büren(f 1548) beschenkt hat. 2 )
Von diesen Aufträgen musste Hollanda wissen. Vielleichtsind sie auch nicht die einzigen gewesen. So viele ihrer aberauch waren, sie konnten ihm nicht genügen. Denn er begehrteArbeit für sich selbst — Arbeit, durch die er beweisen wollte,dass er seine Mission als Reformator zu erfüllen imstande war,Größeres zu leisten vermochte, als die Werkmeister und Stein-metze und Farbenreiber um ihn, über die er so hart aburtheilte,weil sie, mit seinem Riesenabgott gemessen, sich wie Pygmäenausnahmen. Die ausschließliche Begünstigung des neuen Stils inStrenge und Reinheit, wie er sie verlangte, das raschere Tempo,die großartigeren, ein Ganzes bildenden Unternehmungen, sieerforderten Menschen von weiterem Blick, energischerer Spann-kraft und besonders auch andere Mittel, als das an Erschöpfungleidende kleine Mutterland sie bieten konnte. Aus dem, was ersagt, und dem, was er verschweigt, geht hervor, dass er inItalien den richtigen Maßstab für portugiesische Verhältnisse ver-
') In Italien selbst war noch unter Alfons V., also vor 1483, zum Theilmit portugiesischem, zum Theil mit burgundisch-portugiesischem Gelde für den1459 zu Florenz verstorbenen Cardinal Don Jaime de Portugal, einer hehren Gestaltvon sittlicher Größe aus dem Mannesstamme von Aviz, ein herrliches Grab-denkmal durch Antonio Rosellini geschaffen worden. — Zu Anfang des16. Jahrhunderts hatte Cardinal D. Jorge da Costa (f 1508) in Rom an dem PalastFiano (heute Buoncompagni-Ottoboni), der damals für den schönsten in Rom galt,so stark gebaut, dass nach ihm der nahestehende Marc-Aurelsbogen Arco diPortogallo hieß. Er liegt in S. Maria del Popolo begraben in der von ihmgegründeten, hervorragend schönen Kapelle der heiligen Katharina. — Vgl. dieInschrift in von Reumont, Geschichte Roms, III., I., 573; Cicerone, 4. AuflageJH., 143 und 384. — Vgl. Repertorium für Kunstwissenschaft, VIII., 157. —Über die Bibel Johanns II. s. Beilage I. ; über den Carton Lionardo's zuflandrischen Decken s. Beil. II. und III.
' 2 ) Aus dem Besitze des Siegers im schmalkaldischen Kriege (Maximilianvon Egmond) gieng der Degen in die Hand des Markgrafen von BrandenburgAlbrecht Achilles über. Später übernahm denselben das National-Museum zuMünchen aus der Ansbacher Sammlung.