68 WIRKSAMKEIT UND WIRTSCHAFTLICHE LAGE
1) Von einem Kapital von 60 Talern 3 Taler für 9 hl. Messen.
2) Von 15 Talern 27 Groschen für 3 hl. Messen.
3) Von 35 Talern 1 Taler 27 Groschen für 7 hl. Messen.
4) Von 100 Talern 4 Taler für ein feierliches Anniver-sarium mit Toten officium.
5) Von der Stadt Geseke erhielt das Kloster jährlich 11 Talerfür einen zu Gunsten einer neuen Mädchenschule abgetretenenKlostergarten mit der Verpflichtung, 4 hl. Messen zu lesen.
6) Aus der sogenannten Landsbergschen Fundation erhieltdas Kloster auf Anweisung der vormalig hessischen und jetztpreußischen Regierung jährlich auf zwei Terminen 30 Reichs-taler 12 3 /i Stüber und 15 Reichstaler 6 a /s Stüber.
7) Aus dem Testament des Georg Bertram bezog dasKloster nach wie vor die Remuneration von 125 Reichstalern.
8) Aus der Fundation des Jos. Wammothe bekam das Klostermit der Verpflichtung einer wöchentlichen Messe aus der Schul-rezeptur jährlich 15 Reichstaler.
Endlich bezog das Kloster aus der Brüllschen Stiftung 90Reichstaler mit der Verpflichtung, in der Mariahilfkapelle außer-halb der Stadt wöchentlich 9 hl. Messen zu lesen.
Auch das Mobilieninventar'), auf das wir bei der Säku-larisation noch zurückkommen, beweist, daß die Franziskanerzu Geseke auch in der Ausstattung des Klosters sich auf dasNotwendigste beschränkt haben.
Hatte das Kloster Überfluß, so kam er nach uralter fran-ziskanischer Tradition den Armen zugute, und unser Kloster inGeseke erfüllte nicht nur diese den Franziskanerklöstern ob-liegende Pficht, sondern zeichnete sich in Zeiten besondererNot in der sozialen Fürsorge besonders aus. So wird in einerEingabe des Klosters an die Regierung zu Arnsberg die Bei-treibung einer Schuld damit begründet, daß das Kloster schon150 Taler für Korn ausgegeben habe, „um der sich in so großerMenge andrängenden Masse Armen zu genügen" 2 ).
1 Ebd. 5ff.
-) Akten Nr. I 94 (103). Vgl. einen merkwürdigen Fall vom Jahre 1730in Acta cap. I 537.