Druckschrift 
Kloster und Gymnasium Antonianum der Franziskaner zu Geseke
Entstehung
Seite
39
Einzelbild herunterladen
 

WIRKSAMKEIT UND WIRTSCHAFTLICHE LAGE 39

die engen Stadtgrenzen beschränkt, und vielleicht dürfen wirsagen, daß, entsprechend dem Charakter eines Klosters als Hilfs-stelle für die reguläre Seelsorge, der Schwerpunkt der seelsorg-lichen Tätigkeit des Klosters jenseits der Stadtmauern lag. Wiewir eben schon erwähnten, läßt der Kollektenbezirk des Klosterseinen fast sicheren Rückschluß auf den Wirkungskreis in seelsorg-licher Hinsicht zu. Danach ! ) ging die Grenze der Einflußsphäreim Osten von Elsen über Wewer, Haren, Fürstenberg, Wünnen-berg bis Marsberg a. d. Diemel; im Süden von Marsberg überVelmede bis Meschede a. d. Ruhr; im Westen von Meschedeüber Körbecke, Hörn bis Lippstadt; im Norden von Lippstadtder Lippe entlang über Esbeck, Horste, Verne, Thüle bis Elsen.Sogenannte „Stationes fixae", zu deren Besorgung die Patresverpflichtet waren, werden aufgezählt: Hoinkhausen, Beleckea. d. Mohne, Mülheim, Allagen, Ruthen, Haaren, Meschede, Vel-mede, Körbecke, Schloß Overhagen, Langenstraße, Esbeck, Horste,Aden, Schloß Erpernburg und Brenken. Bei vielen dieser Sta-tionen sind Kontrakte nicht abgeschlossen gewesen, und dergeschäftstüchtige Guardian Nicolaus Borghorst (1700 — 1703)schrieb in die Hauschronik den Satz: „Meine Nachfolger mögenwissen, daß wegen der drei von uns übernommenen StationenWesternkotten, Aden und Brenken kein formeller Kontrakt vor-liegt; sollte man deshalb dem Konvent irgend eine Last auf-bürden wollen, so möge sie vorher auf rechtlichen Anspruchgeprüft werden" 2 ). Von anderen Stationen liegen uns Kontraktenoch vor, die sowohl nach der seelsorglichen wie wirtschaft-lichen Seite unser Interesse erregen.

So kontrahierte im Jahre 1782 die Gemeinde Horste mitdem Kloster zu Geseke die Übernahme des Primissariats anSonn- und Feiertagen und verpflichtet sich dagegen, „diesegeistlichen Dienste mit 25 Reichstalern paderbornischen Kursesjährlich dem Kloster zu vergüten und dem Pater eine bequemeHerberge zu verschaffen, wo er am Vorabende essen, des Nachtsschlafen, den andern Morgen Kaffee und ein Glas Branntweintrinken könne" 3 ). Im Jahre 1790 verpflichtet sich der Vikar

') Liber annot. 15 IL (25 ff.). '-') Liber annot. 17 (27).

3 ) Akten Nr. 1 Bl. 184 (110).