Druckschrift 
Kloster und Gymnasium Antonianum der Franziskaner zu Geseke
Entstehung
Seite
26
Einzelbild herunterladen
 

26 GRÜNDUNG UND NEUBAU

Erhebung mußte den Observanten in Geseke ein Ansporn sein,durch möglichst beschleunigte Errichtung eines regelrechtenKlosters und einer Kirche auch äußerlich der Bedeutung ihrerNiederlassung Ausdruck zu geben.

Die Patres entschlossen sich unter Verzicht auf eigenegrößere Bequemlichkeit, zunächst die Kirche zu bauen, um inder Stadt eine möglichst intensive Seelsorge ausüben zu können.Der damalige Guardian Ambrosius Schweringh wandte sich anden Bürgermeister und Rat der Stadt mit der Bitte, die vor derStadt liegenden Steinbrüche und Kalkgruben für den Bau be-nutzen zu dürfen 1 ). Die Bauzeit dauerte von 1668 — 1674.

Die Baukosten wurden zum Teile „vom Scherflein derWitwe" bestritten, aber auch von größeren Legaten wissen dieQuellen zu berichten. So war schon im Jahre 1658 durch einbei der westfälischen Landschaft zinslich angelegtes Kapitalder Grund eines Kirchenbaufonds geschaffen 2 ). In einem vom16. September 1653 datierten Testament vermachte der „Obristen-leutnant" Jobst Bernard Korff auf Haus Störmede die Summevon 1000 Reichstalern, weil die Observanten seine „Liebe FrauMutter von der Lutherischen Fensternussen zum allein Sählig-machenden Catholischen Glauben unterrichtet und bekehrt"hatten. Die Kündigung dieser Summe machte jedoch großeSchwierigkeiten. In einer vom 4. September 1656 datiertenEingabe 3 ) berichtet der Guardian Petrus van Hoven dem Kur-fürsten, er habe schon zu zwei verschiedenen Malen um dieSumme vergeblich bei den Landständen angehalten, und in einemunter demselben Datum erlassenen Schreiben bittet er zumdritten Male die Landstände des Herzogtums Westfalen, dieseSumme, wenn nicht in einem dann doch „in verschiedenen Ter-minis" ausfolgen zu lassen, weil der Kirchenbau aus Mangelan Mitteln nicht vorangehe ')•

Ähnliche Schwierigkeiten machte die Erlangung eineszweiten Legates, das der „Obristenwachtmeister" Hans Jörg vonSchorlemmer auf Haus Klingelberg am 11. Oktober 1670 in derHöhe von 200 Reichstalern dem Kloster vermacht hatte °). Seine

') Akten Nr. 1, Bl. 22 (67). ') Ebd. Bl. 6 (65).

') Ebd. Bl. 10 (69). 4 ) Ebd. Bl. 4 (63). fi ) Ebd. Bl. 115 (128).