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Kloster und Gymnasium Antonianum der Franziskaner zu Geseke
Entstehung
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18
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18 GRÜNDUNG UND NEUBAU

Truchseß an den Magistrat von Geseke das Verbot, Magistrats-mitglieder und Bürgermeister zu wählen, die nicht auf demBoden der Augsburgischen Konfession und auf seiner Seiteständen 1 ). Es scheint also, daß Truchseß seiner Sache inGeseke sicher war, und wenn Kampschulte meint, die reli-giöse Neuerung im Herzogtum Westfalen sei nur auf Gewalt,nicht auf die Kraft der Überzeugung zurückzuführen 2 ), soscheint Geseke wenigstens eine Ausnahme zu bilden. Dennals Gebhardt Truchseß mit Waffengewalt bezwungen war, kamGeseke beim neuen Kurfürsten um freie Religionsübung ein,die natürlich nicht gewährt wurde 3 ). Am 17. Juni 1584 kamKurfürst Ernst persönlich nach Geseke und ließ durch denMünsterschen Suffragan Gottfried von Mierlo die entweihtenAltäre neu konsekrieren und zelebrierte am Pfingstfeste einfeierliches Pontifikalamt, worauf der Kaiserswerther DechantJohann Nopel in einer Ansprache das Volk zur Rückkehrermahnte 4 ).

Am 18. Juni begann der nach Geseke ausgeschriebenewestfälische Landtag, auf dem die Bürgerschaft von Geseke undder Umgegend dem neuen Kurfürsten den Treueid leisteten'').Daß Kurfürst Ernst aber trotzdem der Stadt nicht traute, gehtaus der Besatzung hervor, die er aus Anlaß dieser Tagungnach Geseke verlegte, und gegen welche die Bürgerschaft am26. und 27. Juni revoltierte. Der Kurfürst schritt jetzt zurStrenge. Er hielt dem Magistrat in seiner Rede mit rück-sichtsloser Schärfe sein Verhalten vor, daß er nämlich selbstnach geleistetem Treueid heimliche Zusammenkünfte gehabt,Bündnisse und Verschwörungen gegen den neuen Kurfürstenangerichtet, an den Schmähschriften gegen den Kurfürsten sichbeteiligt und wider den angenommenen Landtagsabschied op-poniert hätte, daß er endlich bei Annäherung der kurfürst-lichen Truppen die Sturmglocken hätte läuten lassen, bei

') Seibertz 466. 2 ) Kampschulte, Einführung 338.

') Jacobson. Vgl. auch das von der Stadt Geseke gesiegelte Schreibendes Johann Grote vom Jahre 1583, Kleinsorgen III 326 ff.') Seibertz 468; Kleinsorgen III 270f.5 ) Vgl. Kleinsorgen III 271 f. 456 ff. 462 ff.