XII VORWORT
Kapitelsbeschlusses und seinem eigenen Wunsch, „quod paginissequentibus deest, patres successores superaddere dignabuntur",sind seine Nachfolger nur in sehr großer Bescheidenheit nach-gekommen.
Die Regierung zu Arnsberg, bei der zweifellos die aufdie Säkularisation des Klosters bezüglichen Akten und, wie ichvermute, ein Teil des bei der Säkularisation versiegelten undspäter fortgeschafften Klosterarchivs lagern, hat deren Benutzungohne nähere Grundangabe verweigert. Auch blieb mir leiderdas Archiv der Stiftspfarre zu Geseke verschlossen, wo nachAusweis einiger Quellen zweifellos Material liegen muß. Wennalso vielleicht später neue Archivalien zur Geschichte desKlosters zutage kommen sollten, so möge man meine eben ange-deutete Lage berücksichtigen. Es war für mich ein glücklicherUmstand, daß Dr. Meyer die für die Geschichte des Gymna-siums wichtige und wertvolle Urkunde vom Jahre 1733 ausdiesem Archiv schon früher veröffentlichen konnte.
Meine Hoffnung, im Freiherr v. Hördeschen Archiv dieArchivalien aus der Amtszeit des Drosten v. Horde zu finden,hat sich nicht erfüllt. Dank der großen Gastfreundschaft desFreiherrn Wilderich v. Ketteier konnte ich in den Archiven aufSchloß Schwarzenraben und Ehringerfeld feststellen, daß diesesAmtsarchiv, wenn es nicht nach Arnsberg gewandert odersonst in die Diaspora gekommen, wohl verloren gegangen ist.Meine Nachforschungen in dem zunächst in Betracht kommen-den Stadtarchiv zu Geseke waren, weil die Aktenbestände nochnicht geordnet sind, mit großen Schwierigkeiten verbunden.Vielleicht sind unterdessen die wertvollen Bestände, denen derjetzige hochverdiente Bürgermeister Dissen schon gleich beiseinem Amtsantritt eine würdige und sichere Behausung gab,in einer dem Historiker wünschenswerten Art zur Benutzunggeordnet. Ich habe in lange.r Arbeit sämtliche Archivalien ein-gesehen und so die Gewißheit erlangt, daß das schmerzlichvermißte Konventsarchiv auch hier nicht verborgen schlummert.Ich fand ein altes Archivinventar aus dem Anfange des 19. Jahr-hunderts, das bis 1804 nur drei, dazu noch unwesentlicheSchriftstücke zur Geschichte des Klosters als „Franciscalia"