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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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304 II. Vom Tode KaiTs d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.

herankamen, und in der Nacht zeigte die Flammenröthe am Himmel aufweiter Ausdehnung, dass das ganze Heer derselben (unter Peta's Anfüh-rung) eingetroffen sei. Am 3. Tage danach schlössen die Mongolen die Stadtein, da sie sie aber nicht mi-t stürmender Hand zu nehmen wagten, weil12,000 Mann sich darin befanden, so begnügten sie sich mit häufigenAngriffen und heftigem Beschiessen mit Pfeilen, und suchten die Be-satzung zu Ausfällen zu verleiten; der erfahrene J a r o s 1 a w aber Hesssich nicht verlocken. Die Vorstädte und das darin befindliche Klosterwurden von den Mongolen durch Brandgeschosse angezündet. Die imKloster befindlichen Truppen stürzten sich auf die Mongolen, kamen aberim Kampfe um, die Mongolen schnitten ihnen die Köpfe ab, banden diesean die Schwänze ihrer Pferde und umzogen so die Stadt, um die Belager-ten zu reizen. In der That verlangte die Besatzung einen Ausfall zumachen, nur mit Mühe konnte Jaroslaw sie davon zurückhalten. Wäh-rend aber ein Theil von Peta's Heer vor Olmütz stand, ein andererMähren ausplünderte und verwüstete, brach Jaroslaw, der die gerin-gere Achtsamkeit im Lager der Mongolen bemerkt hatte , eines Nachtsaus der Stadt, und überfiel jene unvermuthet, bei dem entstehendenScharmützel wurde einer ihrer Feldherrn getödtet. Am andern Tage er-wiesen sie ihm mit lautem Geschrei die letzten Ehren und opferten ihmalle Gefangenen, drei Tage später aber zogen sie nach Ungarn ab, umsich mit Batu zu vereinigen.

Dieser Letztere war inzwischen in Ungarn eingefallen. König Belavon Ungarn, welchen Daniel von Halitsch schon im J. 1240 beredethatte, gegen die Mongolen mit vereinten Kräften zu den Waffen zu grei-fen , hatte dennoch keine energischen Massregeln ergriffen und nurwenige Truppen zur Besetzung der Karpathenpässe entsandt, welche siedurch Verhaue sperren sollten. Um die Fasten 1241 berief er, da be-drohliche Nachrichten von den Absichten der Mongolen eingegangenwaren, einen Reichstag nach Buda, um Massregeln zur Verteidigungvon Ungarn zu berathen. Während aber der missvergnügte Adelmit.ihm haderte und nicht auf seine Vorschläge einging, drang Batu,nachdem er die Truppen an den Karpathen geschlagen hatte, über diePässe vonMunkacz und Unghwar, welche die »russischen Thore« hiessen,am 12. März in Ungarn ein. Auf diese Kunde löste Bela den Reichstagauf, beschwor den Adel möglichst rasch sich mit ihm zu verbinden, Hessden in Ungarn angesiedelten Polowzern den Befehl zugehen, zum Feld-zug auszurücken, sammelte die Truppen, welche in Alba (Stuhlweissen-burg) und in Strigonj (Gran) lagen, ging von Buda aus über die Donauund blieb in Pesth stehen, um das Eintreffen der Truppen des Adels ab-zuwarten, während er seine Familie an die österreichische Grenzesandte.