Neuntes Kapitel.
Die foemerkeuswerthesten Kriege und Feldzüge
dieser Zeit.
I. Kurzer V eber blich der Kriege der west- und sü dslaivischen Völkerund Reiche. — §-71. Kriege der Tschechen und Mähren. — §. 72. Kriege derPolen. — §. 73. Kriege der Serben. — §. 74. Kriege der Donau-Bulgaren.
Kurzer Ueberblick der Kriege der west- und südslawischenVölker und Reiche.
§•71-Kriege der Tschechen und Mähren.
Im 7. und 8. Jahrhundert erfreuten sich Böhmen und Mähren voll-kommener Unabhängigkeit. Das Erstere hatte bis zum J. 627 aus meh-reren kleinen Fürstenthümern bestanden, welche in diesem Jahre durcheinen von diesen Fürsten, Samon, zu einem Reiche vereint wurden,das nach seinem Tode aber, 662, von Neuem in viele getrennte und unab-hängige Fürstenthümer auseinanderfiel. Mähren bildete seit 629 einmächtiges selbständiges Reich unter der Regierung eigener Fürsten,seine Grenzen erstreckten sich nach Osten schon bis zum Granflusse (imheutigen Ungarn).
In der Zeit des 30jährigen Krieges KaiTs d. Gr. gegen die Sach-sen , hatten die Tschechen mit den übrigen West-Slawen gemeinschaft-lich auf Seite der Sachsen gegen Karl d. Gr. gestanden. Dies war derAnfang ihres Zusammenstosses mit den westlichen Franken, welchernach Beendigung der Sachsenkriege Karl's d. Gr. eine ganze Reihe fastununterbrochener Kriege mit den Franken und dann mit den Deutschennach sich zog. Schon in den J. 805 und 806 hatte Karl d. Gr. und nachdessen Tode sein Sohn Ludwig I. (814—840) Feldzüge in Böhmen, aber