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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
Entstehung
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Zweites Kapitel.

Kriege dieser Periode.

5. Die Kriege dieser Periode im Allgemeinen. §. 6. Die Kriege der Franken imBesondern. Unter Chlodwig (481511). §. 7. Die Kriege der Frankennach Chlodwig (512-715). §. 8. Die KriegeKarl Martell's (716741). §. 9. Die Kriege Pijiin's des Kleinen (751768 1 . §. 10. Die KriegeKarVsd. Gr. (771814).

§.5.Die Kriege dieser Periode im Allgemeinen.

Die Art, wie in dieser Periode allgemeiner Desorganisation und Un-ordnung, wilder Barbarei, roher Unwissenheit und vollkommensten Ver-falls der Kriegskunst (mit Ausnahme des oströmischen oder byzantinischengriechischen Reiches) die Kriege geführt wurden, war natürlicher Weiseeine höchst einfache, kunstlose, rohe und grausame. Im Wesentlichen undden Hauptzügen nach mehr oder weniger überall gleich, bietet sie in-dessen einige besondere unterscheidende Merkmale bei den europäischenVölkern germanischen Stammes, bei den Griechen des byzantinischenSeiches, und bei den asiatischen Völkern, welche das Gepräge der diesenVölkern eigenthümlichen öffentlichen Organisation und des Wesens, derSitten, Gebräuche und moralischen Kraft, sowie der verschiedenen mehrlocalen Ursachen und Umstände an sich tragen.

Bei dem Zusammenstosse der germanischen und asiatischen Völkerin Europa und Asien mit dem Feinde treten uns die gleichen Erscheinun-gen entgegen, Obsiegen der rohen physischen Gewalt, welche von keinerKunst geleitet wird, aber von ungewöhnlicher sittlicher Kraft beseelt ist.Die Angriffskriege der germanischen und asiatischen Völker tragen den-selben allgemeinen Charakter, wie er den Kriegen ungebildeter Völkerzu allen Zeiten eigen ist. Von Leidenschaft zum Kriege und von Beute-sucht getrieben, brechen sie in das feindliche Land ein und dringenrücksichtslos und unbekümmert vor, plündernd, verheerend und Alleszerstörend, was auf ihrem Wege liegt. Stossen sie im offenen Felde auf