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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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10. Die bernerkenswertkesten Kriege und Feldzüge dieser Zeit. 303

Ungarn, den vierten dirigirte er durch Transsylvanien eben dahin. Daserste und zweite dieser Detachements marschirte anfänglich zusammenunter der Anführung Peta's (nach d'Osson's Meinung Baidar's)gegenSandomir in Polen. Hier trennten sie sich: das eine begann die Um-gegend von Sandomir zu verwüsten , das andere rückte gegen Lentschitzvor. Der Adel der Palatinate (Wojewodschaften) von Sandomir und Krakaubrachte ein Heer zusammen und griff die in der Umgegend von SandomirAlles zerstörenden Mongolen an, wurde aber von diesen am 18. März beiSchidlow geschlagen, ein grosser Theil der Einwohner floh in die Wäl-der, in die Karpathen, nach Ungarn und nach Deutschland. Die Mon-golen setzten sich zuerst gegen Krakau in Bewegung, das sie einnahmenund in Flammen aufgehen Hessen, dann nach Schlesien und langten,nachdem sie die Oder theils auf Kähnen, theils schwimmend überschrit-ten hatten, vor der Hauptstadt von Schlesien, Breslau, an. Die Einwoh-ner brannten diese Stadt selber nieder und schlössen sich in der Burgoder Citadelle ein. Nachdem die Mongolen mehrere Tage vor ihr gelegen,ohne sie einnehmen zu können, zogen sie zur Vereinigung mit demjenigenHeerestheile, welcher gegen Lentschitz marschirte. Nach vollzogenerVerbindung mit demselben zogen sie zur Stadt Liegnitz, wo sie auf ein30.000 Mann starkes Heer stiessen, das aus deutschen Kreuzfahrern,Rittern des deutschen Ordens, Schlesiern und Polen zusammengesetztund von Herzog Heinrich von Schlesien befehligt war. In der hier am9. April 1241 stattfindenden Schlacht griffen die Kreuzfahrer zuerst dieAvantgarde der Mongolen an und Hessen sich von der Verfolgung der-selben fortreissen, als diese absichtlich sich zum Rückzuge wandte. Alssie von ihren andern Abtheilungen weit abgekommen waren, wurden sievon den Mongolen rasch umzingelt und durch einen Hagel von Pfeilenniedergestreckt. Die beiden andern Corps, der Schlesier und der Polen,welche den Kreuzfahrern zu Hülfe kamen, wurden in die Flucht geschla-gen. Die Ritter des deutschen Ordens warfen sich auf die Mongolen, umden Kampf wieder herzustellen, aber ihre Anstrengungen waren erfolglos,das verbündete Heer erlitt eine Niederlage und grossen Verlust. NachVerheerung der Umgegend von Liegnitz wandten die Mongolen sichgegen Ratibor, drangen in Mähren ein und vertilgten Alles mit Feuer undSchwert bis an die böhmische Grenze hin. Der Böhmenkönig Wenzes-law schickte seinen tapfern Feldherrn Jaroslaw zum Schutze Mäh-rens . mit dem Befehle, einem Kampfe gegen die Mongolen im offenenFelde auszuweichen, aber die Städte Olmütz (Olomuz) und Brunn (Brno)zu schützen. Jaroslaw fand in letzterer einige Truppen, Hess einenTheil derselben dort stehen und rückte mit 5000 Mann zu Fuss und500 Reitern nach Olmütz, welcher Stadt die Mongolen sich bereits näher-ten. Kaum war er in die Stadt eingerückt, als ihre Vortruppen schon