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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
Entstehung
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Viertes Kapitel.

Die toemerkenswerthesten Feldzüge dieser Zeit.

21. Die Feldzüge Belisar's (530547). §. 22. DieFeldzüge desNarses (551554). §. 23. Die Züge des Kaisers HeracHus gegen die Perser (622628).

- §. 21.Die Feldzüge Belisar's (530547).

Die Kriege der Griechen: in dieser Periode, eine Folge der fast un-ausgesetzten Angriffe, welche die Nachbarvölker: Avaren, Slawen, Per-ser und dann Araber, gegen das byzantinische Keich richteten, warenhauptsächlich defensiver Art. Die Griechen hielten und vertheidigtensich lieber in ihren zahlreichen grossen und kleinen Festungen, als dasssie im offenen Felde gekämpft hätten. Ihre Feinde verwüsteten daherdas offene Land in den griechischen Provinzen aufs Furchtbarste undnahmen viele und häufige Belagerungen von griechischen Festungen vor,wenn sie dieselben nicht mit stürmender Hand oder durch List, Verrathoder Uebergabe zu nehmen vermochten. Die Kriege der Griechen warendaher um diese Zeit reich an Belagerungen, aber arm an Schlachten oderhervorragenden Kriegsoperationen. Es gab indessen einige Ausnahmen,und die bemerkenswerthesten sind die Feldzüge der ausgezeichnetengriechischen Heerführer Bei isar, Narses und des Kaisers Heraclius.

Nach der Thronhesteigung des byzantinischen Kaisers Justinian,im J. 527, ward Belisar, der bisherige Kriegsbefehlshaber der FestungDara, zum Höchstcommandirenden über alle Truppen im Orient ernannt,mit dem Auftrage, den Krieg gegen die Perser aufs Nachdrücklichste zuführen. Im J. 530 rückten 40,000 Perser vor Dara, um es zu belagern.Belisar hatte in Dara im Ganzen nur 25.000 Mann, deren sich grosseNiedergeschlagenheit bemeistert hatte, und in denen weder Ordnung,uoch Disciplin und Zusammenhalt war. Er wusste aber ihnen neuenMuth zu entflammen und Ordnung und Gehorsam herzustellen, sicherte