298 H. Vom Tode Karl's d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.
bemächtigte sich Tului der Festung Schao-Fyn-Guanj und bezog einLager auf dem rechten Ufer des Flusses Chanj. Die Ginen geriethenin solchen Schreck, dass sie, wieMohamed, beschlossen, ihre Truppenin die der Hauptstadt nächsten Städte zu vertheilen, in diesen grosseVorräthe von Lebensmitteln anzusammeln und den Bewohnern des flachenLandes zu befehlen, dass sie sich in die befestigten Orte zurückziehensollten. Diese Meinung des Kriegsratb.es wurde jedoch von dem Kaiserder Ginen nicht gut geheissen, er befahl vielmehr die Nord- und die Süd-grenze zu schützen, und in Folge dessen waren die Ginen an der einenwie an der andern zu schwach. Ausserdem hatten sie wenig Reiterei, undTului machte sich dies zunutze, indem er ihr Heer unaufhörlich beun-ruhigte. Sie stellten 110,000 Mann zu Fuss und 5000 Reiter gegen das mon-golische Nordheer bei Tschun-Guanj und den umliegenden Festungen auf,30,000 Mann Fussvolk und ein Theil Reiterei waren zur Beobchtung amFlusse Chuan-Che bestimmt, und 150,000 Mann bei Dyn-Tschjeu gegenTului zusammengezogen (im Januar 1232).
Als aber Tului an den Grenzen von Che-Nanj erschien und diesüdliche Hauptstadt Bjanj bedrohte, befahl der Ginenkaiser den beiTschun-Guanj und den umliegenden Festungen stehenden Truppen, derHauptstadt zu Hülfe zu ziehen. Unter Zurücklassung einer schwachenGarnison in Tschun-Guanj rückten diese Truppen in einer ungefährenStärke von 100,000 Mann zu Fuss und 5000 Reitern nach Schanj-Tscbjeu.Während dessen aber war Oktai, nachdem er im Januar 1232 dieFestung Pchu-Tschjeu nach hartnäckigem Widerstände überwältigt undsich den Rücken gedeckt hatte, im Februar bei Che-Zin-Sjanj (etwa20 Kilometer unterhalb Schanj-Tschjeu) über den Fluss Chuan-Che ge-gangen und hatte den ginischen Truppen, welche auf Schanj-Tschjeuzogen, den Rückzug abgeschnitten. Da sie sich nicht durchschlagenkonnten, warfen sie sich in die Berge und litten dort von Kälte und Hun-ger so viel, dass sie theils sich ergaben, theils auseinander gingen. DieMongolen bemächtigten sich der Festung Tschun-Guanj, und nachUeberschreitung des Flusses Chuan-Che Hess Oktai dem Tului denBefehl zugehen, die Vereinigung mit ihm zu beschleunigen.
Zu dieser Zeit standen vor Dyn-Tschjeu 150,000 Mann Ginen demTului gegenüber. Während deren Befehlshaber noch beratschlagten,ob sie Tului angreifen sollten, sobald er über"den Chanfluss setzenwolle, gelang es Tului denselben im Februar zu überschreiten, 3 Tagespäter als Oktai über den Chuan-Che gegangen war, und nun mar-schirte er gerade auf das Ginenheer zu, dem Oktai zugleich Meldunghiervon sendend. Nach einer heissen Schlacht mussten seine an Zahl zuschwachen Truppen zurückweichen, in einer zweiten Schlacht aber zwan-gen sie die Ginen zum Rückzüge nach Dyn-Tschjeu und weiter auf dem