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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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12. Die bemei-kenswerthesten Kriege und Feldzüge dieser Zeit. 295

Mongolen nach Einnahme von Nischabur sämmtliche Bewohner niederund erbauten aus deren Köpfen ganze Pyramiden.

Als er hörte, dass Dschellal-ud-din den Kutuk geschlagenhabe, zog Dschingis-Khan den Oktai, Dschagatai und Tulian sich, brach gegen Dschellal-ud-din auf, erreichte ihn am Indus,und schlug ihn aufs Haupt. Dschellal-ud-din entkam mit denTrümmern seines Heeres nach Indien, indem er Über den Indus schwamm,wobei Dschingis-Khan, seinen Muth ehrend, befahl, dass nicht aufihn geschossen werde. Dann zog Letzterer den Indus hinauf, in derAbsicht, durch Tübet nach der Mongolei zurückzukehren, da er aber inden Gebirgen bei diesem Wege auf unüberwindliche Hindernisse stiess,so kehrte er um und erreichte im J. 1224 durch Kabul und Samarkanddie Mongolei.

Während er den östlichen Theil des chowaresmischen Reiches ver-heerte, thaten seine Feldherrn Tschschebe und Subutai dasselbe imwestlichen. Nach Mohamed's Flucht zogen sie durch Kazbin nachTabris, Megara (Maragha) und Hamadan nach Grusien zum AsowschenMeere in das Land der Polowzer, besiegten an der Kalka (1224) dierussischen Fürsten *), verfolgten sie bis an den Dnjepr, plünderten undverheerten Taurien und zogen endlich von da über die Wolga nach demAralsee ab. Hier stiessen sie zu Dschudschi, welchen Dschingis-Khan nach der Eroberung von Chowaresm dort zur Beobachtung gegendie Kankalen (welche nördlich vom Kaspischen Meere und Aralsee noma-disirten und aus denen vorzugsweise die Truppen des chowaresmischenReiches zusammengesetzt gewesen waren) hatte stehen lassen, und wel-chem Tschschebe und Subutai nun im Nothfalle Unterstützung ge-währen sollten. Auf diese Weise hatten diese beiden FeldherrnDschingis-Khan's einen der kühnsten, weitesten, schnellsten underfolgreichsten Züge in der Kriegsgeschichte ausgeführt.

§.96.Züge Dscüingis-Klian's und Oktai's in China.

Nach Beendigung des Krieges mitMohamed schickte Dschingis-Khan zu Ende des J. 1225 abermals ein Heer gegen den König derTanguten, mit welchem er Zerwürfnisse gehabt hatte. Im Februar 1226brach er unter Zurücklassung eines starken Beobachtungscorps unterDschagatai gegen die tangutische Grenze auf, mit Feuer und SchwertAlles auf dem Zuge verheerend. Die Hauptstadt der Tanguten, Nin-Sja,wurde von einem Trnppencorps belagert, das ganze tangutische Reich

*) Vgl. §. 83. Anm. d. Uebers.