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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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284 II- Vom Tode KaiTs d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.

welche Torschek bereits genommen hatten, und dass er nur mit Mühesie abzuwehren, zu verjagen und seine Städte und Provinzen zu rettenvermochte. Aber die Streitigkeiten seiner Söhne und Enkel erleichtertenden Litthauern die Eroberung der Fürstenthümer Polotzk. Witebsk undMinsk. Da Nowgorod und Pskow die auch ihnen drohende Gefahr sahen,spannten sie alle ihre Kräfte zur Rettung ihrer Städte an und diese gelangihnen. Nun richteten die Litthauer ihre Einfälle. gegen Süden, dehntenihre Eroberungen bis Pinsk aus und bedrohten das südwestliche Russlandmehr und mehr. Troiden (1270 1283 und Witen (12831315)lagen mit dem Halitscher Fürsten Leo um den Besitz von Litthauenim Kriege und behaupteten dieses Land. Aber indem sie die russi-schen Fürstenthümer eroberten, bekehrten sich die Litthauer gern zumchristlichen Glauben der östlichen Kirche, verschwägerten sich mit denrussischen Fürsten, nahmen leicht und schnell die Sprache, Sitten undGebräuche der Russen an und verschmolzen mit den Russen zu einemeinzigen russischen Volke.

Zu Anfang des 14. Jahrhunderts hatte das westliche litthauischeRussland bereits ein mächtiges, von den Mongolen unabhängiges Gross-fürstenthum Litt hauen zu bilden vermocht, das seinen Nachbarndurch den kriegerischen Sinn seiner Fürsten, der Nachkommen Mindo-weg's, furchtbar war. Gedimin (13151341), nach Einigen der SohnW i t e n 's, nach Andern dessen Stallmeister, der ihn getödtet und sich seinerGewalt bemächtigt hätte, ein durch Klugheit und Begabung ausserordent-licher Mensch, verwendete, nachdem er Litthauen endgültig geeinigt,erweitert und gestärkt hatte, seine ersten Regierungsjahre zu einemglücklichen Kriege gegen den livländischen Orden, welchem er 1319 Sa-mogitien entriss, und dann eroberte er das Fürstenthum Pinsk. DenMongolen zahlte er keine Abgaben, stand aber in freundlichen Beziehun-gen zu ihnen. Seine Verwandtschaft mit den Fürsten Südwest-Russlands(durch Heirathen seiner Söhne) gab ihm Anlass zu neuen Eroberungenim Süden. Er führte erfolgreiche Kriege mit diesen Fürsten, die halit-scher Könige waren nicht im Stande, sich gegen ihn zu behaupten. Einerderselben fiel im Kampfe gegen ihn bei dem volhynischen Wladimir, derAndre wurde, nachdem er sich mit den sjäverskischen Fürsten vereinigthatte, an den Ufern des Flusses Irpen im Fürstenthume Kijew durch ihnbesiegt (1320). Diese Siege brachten das ganze rechtsseitige Dnjepr-Ge-biet mit Tschernigow, Kijew und Volhynien in seinen Besitz und er nahmnun den Titel Grossfürst von Litthauen und Russland an,indem er seine Eroberungen durch kluge Gesetze und Verordnungen be-festigte; er starb im J. 1341, nach der Nowgoroder Chronik. nachAndern im J. 1345 (nach Strykowski wurde er bei Freiburg noch imJ. 1329 durch eine Flintenkugel getödtet.)