272 II. Vom Tode KaiTs d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.
Die Forschungen der neueren Zeit haben festgestellt, dass die Mon-golen Kijew auf dem rechten Dnjeprufer einschlössen und belagerten,und die Mauern der Stadt, die Kirchen und Gebäude aus Wurfmaschinen(in den Chroniken Poroki, Widder) mit ungeheuren Steinen be-schossen, sowohl an dem Ljadskischen Thore gegen die Des sta-tiner Kirche, wie gegen den Sophiendamm, wie gegen diegrosse oder Uspenskische Kathedralkirche des Petscherski-schen Klosters (weshalb auch diese Kirchen fast gänzlich zerstört wur-den), besonders aber gegen das LjadskischeThor und die Dessja-tin a, die reichste Kirche (hinter dem heut. Wall, nahe der Andrej ewschenAusfahrt nach Podol), wo der Hauptsturm stattfand, welcher die Plünde-rung der Dessj atiner Kirche, des fürstlichen Belvederes gegenüberderselben, und dann der ganzen Stadt und des Petscherskischen ober-irdischen Klosters, aber nicht seiner unterirdischen Höhlen, zur Folgehatte, in welch letztere die Mongolen nicht eindrangen. Trotz der hart-näckigsten und verzweifeltsten Gegenwehr Dimitri's und der Bürgerauf Mauern und Wällen wie im Innern der Stadt nahmen die Mongolen,wie gesagt, schliesslich die Stadt ein am Nicolin-Tage, plündertensie und zerstörten sie von Grund aus, machten die Hälfte der Bewohnernieder (den verwundeten Dimitri ausgenommen, welchen um seinerTapferkeit willen Batu nicht zu tödten befahl) und machten die andereHälfte zu Gefangenen, einige Wenige ausgenommen, die sich zu rettenvermochten. Als Batu dann erfuhr, dass die Fürsten Michael von Kijewund Daniel von Halitsch geflohen waren , der Erstere nach Polen, derAndere nach Ungarn,, um Hülfe zu erbitten, wandte er sich mit seinerHauptmacht nach Voihynien, indem er zugleich besondere Abtheilungennach Polen, in die Provinz Halitsch und nach Ungarn schickte, sowohlum dort zu plündern, als um Nachrichten über diese Länder und derenBewohner einzuziehen.
Vor der Stadt Ladyschina am Bug angekommen, suchte Batu derenMauern durch Wurfmaschinen zu brechen; da ihm dies aber nicht gelang,so begann er durch lügnerische Versprechungen der Schonung die Be-wohner zur Uebergabe zu bewegen und als sie ihm glaubten und heraus-kamen , machte er sie Alle nieder, und plünderte und schleifte die Stadt(dies war mongolisches System, denn es sollte im Rücken hinter ihnenkeine nicht unterworfene Stadt verbleiben). Ein gleiches Schicksal er-eilte Kamenetz, Wladimir, Halitsch und eine Menge anderer Städte Süd-west-Russlands , das Land wurde ausgesogen und furchtbar verheert bisdicht an die Grenzen von Ungarn und Polen (nur Krementz wurde seinerunzugänglichen Lage halber nicht eingenommen). Nun gab der Gefan-gene Dimitri, das schliessliche Verderben Südwest-Russlands ein-sehend, an Batu den (von diesem auch befolgten) Rath, ungesäumt nach