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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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11. Die bemerkenswerthesten Kriege und Feldzüge dieser Zeit. 269

und die unbegreifliche Verblendung der russischen Fürsten andererseits,das waren die Ursachen, dass erst Ost-, dann Südwest- und das ge-sammte Kussland (mit Ausnahme von Nowgorod und Pskow) unter dasJoch der Mongolen gerathen musste. Die russischen Fürsten konntenrecht gut wissen, mit welchem gefährlichen Feinde sie zu thun bekamen,sie hätten begreifen müssen, dass nur in ihrer Aller festen und geschlosse-nen Vereinigung die einzige Rettung für sie lag und für die Mongolendie Unmöglichkeit oder wenigstens doch ausserordentliche Erschwerungeiner Eroberung Eusslands. Aber sie waren so zersplittert, so gänzlichvon ihren selbstsüchtigen inneren Streitigkeiten um die Macht, um Pro-vinzen und Städte in Anspruch genommen, dass ihre Aufmerksamkeit nurhierauf gerichtet war und sie die Gefahr nicht sahen, welche ganz Russ-land von Seiten der Mongolen drohte. Diese ihre Verblendung, ihr Leicht-sinn, ihre Unklugkeit, Sorglosigkeit, Selbstsucht waren schuld daran, dassKeiner von ihnen an eine allgemeine Verbindung gegen die Mongolendachte, ja dass sie nicht einmal darauf bedacht waren, Einer dem Andernrechtzeitige Hülfe zu leisten, weshalb sie denn auch mit leichter Müheeinzeln durch die vereinten Kräfte der Mongolen besiegt wurden, welcheobenein noch unter geschickter Leitung und Führung standen. Es istauch sehr wahrscheinlich, dass die von den Mongolen geübte schlauePolitik zur Veruneinigung der russischen Fürsten noch wesentlich beitrug,während die geschickten und raschen Bewegungen und die entscheiden-den Operationen B a t u 's ihnen eine Concentration ihrer Kräfte nicht ge-statteten und sie bewogen, dieselben noch weiter zu zersplittern. Die Miss-erfolge der ungeheuren Kräfte eines Xerxes, Darius Hystaspis,der Kreuzfahrer sind der beste Beweis dafür, dass Batu bei seinemzweiten wie bei dem dritten Einfall in Russland dieses Land nicht alleindurch die numerische Uebermacht, sondern auch durch seine Geschick-lichkeit überwand und unterjochte.

§. 85.

Dritter Einfall Batu's und der Mongolen in Süd-Russland(12391240).

Im J. 1239 (wahrscheinlich im Winter von 12381239 ; erschienen dieMongolen von Neuem in Nordosten, nahmen die Länder der Mordwen,gingen bis an die Kljasma, äscherten die Stadt Gorochowez ein, kamenaber nicht über die Kljasma hinaus. Im Winter 12391240 drang Batumit seiner gesammten Macht von jenseits der Wolga in das PolowzerLand und in das südliche Russland auf dem linken Dnjeprufer ein.Ueber diesen Zug sind aber in unsern Chroniken noch weniger zuver-lässige Nachrichten enthalten, als über den ersten. Vieles ist dunkeL