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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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268 II- Vom Tode Karls d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.

bestimmten Batu wohl zur Umkehr (an der Grenzscheide, welche in denChroniken IgnatschKrest, Ignazkreuz, genannt wird, vielleichtda, wo heute das Dorf Ignatizy liegt, amPolaflusse, 190 Werst vonNow-gorod, oder wo die Dörfer Spassk und Bogorodizk sich befinden, nochnäher an Nowgorod heran). Mancherlei Erwägungen mochten ihm einweiteres Vorrücken gegen Nowgorod zu dieser Jahreszeit unvortheilhaft,beschwerlich und sogar gefahrvoll erscheinen lassen und ihn zum Abzügein südlicher Richtung bewegen, ohne dass er, zum ausserordentlichenGlücke für Nowgorod und Pskow, seinen Zug gegen dieselben zu Endegeführt hatte.

Der Rückmarsch B atu's nach Süden hin wird von unsern Annalistenkaum erwähnt und ist nur bekannt durch eine 67 Wochen dauerndeBelagerung und äusserst hartnäckige Vertheidigung der Stadt Koselsk(im heutigen Gouvernement Kaluga). Hier herrschte der junge FürstWasil Olegowitsch, für welchen die Einwohner »ihr Leben zu lassen«geschworen hatten, und er vertheidigte sich in der nachdrücklichstenWeise, bis endlich die Mongolen die Stadtmauern niederlegten. Aberauch jetzt noch stiessen sie auf verzweifelten Widerstand der Bürger, vondenen ein Theil sie in der Stadt bekämpfte, während Andre einen Aus-fall gegen die Mongolen machten und deren 4000 niedermetzelten, bisendlich alle Einwohner drinnen und draussen gefallen waren. Nach demFalle von Koselsk, von den Mongolen die böse Stadt genannt, ver-liessen Letztere die Grenzen des russischen Landes und wandten sich indas Gebiet der Polowzer zu den Nebenflüssen und in die Niederung desDon, wo sie den Khan K ot j an besiegten, welcher danach mit 40,000 Mannseines Volkes nach Ungarn auswanderte und daselbst Land zur Nieder-lassung erhielt. Batu aber ging hinter die Wolga zurück; wie esscheint, hatte er während dieses ganzen Heereszuges vom Februar 1237von den Ufern des Irtysch, und vom üecember desselben Jahres bis zumMai oder Juni 1238 auf russischem Gebiete, sehr viele Pferde eingebüsst,weil bis zu seinem ferneren Zuge nach Süd-Russland zwei Jahre ver-strichen. In Nord-Russland aber auf dem ganzen Wege vom Woro-neschflusse nach Rjäsan, Kolomna, Moskau, Wladimir, zum Sitaflusse,nach Torschek, Ostaschkow, Staraja Russja und zurück nach Koselskund in dem Polowzer-Lande, war Alles, Städte, Dörfer u. s. w. aus-geplündert, verbrannt, geschleift, die Bewohner niedergehauen*. Furcht-bar war dieser zweite Einfall der Mongolen unter Batu's Führung inOst-Russland, denn ihr Kriegssystem trug die Devise: »Tod und Zer-störung den sich nicht Unterwerfenden.« Aber anerkennen muss manihre Kunst im Allgemeinen, und die Batu's insbesondere, welche be-wies, dass nicht ihre numerische Uebermacht allein der Grund ihrerErfolge war. Diese Kunst der Entwürfe und der Ausführung ihrerseits,