11. Die beinerkenswertliesten Kriege und Feldzüge dieser Zeit. 267
den. Hier nahm er hinter dem Flusse Sita, am Knotenpunkte mehrererStrassen, welche von Wladimir nach Nowgorod und Bjelosersk führten,Stellung. Diese Strassen waren wahrscheinlich in Folge des blühenden Han-dels mit denWolga-Bolgaren, der auf ihnen getrieben wurde, in besseremZustande, als die übrigen und ermangelten nicht der Unterhaltsmittel.
Batu aber störte die Voraussetzungen Georg's. Von dem am7. Februar eingenommenen Wladimir abrückend, erreichte er unter Un-terwerfung der ganzen Provinz Wladimir in 3 kleinen Wochen oder16 Tagemärschen den Fluss Sita. Die von ihm vorausgesandten Corpszogen sich allmälig links , nach Westen durch Twer und Jaroslawl undhatten so unvermuthet die rechte Flanke von G e o r g 's Position am Sitaumgangen, sodass eine von ihm auf Kecognoscirung ausgesandte Abthei-lung bei der Rückkehr sich davon überzeugte, dass die Mongolen schonganz nahe in seiner Flanke standen. Georg begann eben'sein Heeraufzustellen, als die Mongolen schon von der rechten Flanke her aufihn stürzten und ihn aufs Haupt schlugen. Mit den Trümmern seinesHeeres wurde Georg nach Norden gedrängt und verfolgt und kam dortum (wahrscheinlich bei dem heutigen Dorfe Mogilitza, 20 Kilometernördlich vom Sita). Die Schlacht am Sita fand am 4. März statt, am 5.nahm das nach Torschek entsandte Corps diesen Ort nach einer Belage-rung von 2 Wochen.
Von Sita, oder genau genommen von Mogilitza, nach Torschek,12 Marschtage, konnten die Mongolen ungefähr am 16. oder 17. Märzgelangen und dann von Torschek mit ihrer ganzen Macht nicht wohl vordieser Zeit nach Nowgorod aufbrechen (d. h. vor Beginn der Zeit derschlechten ungangbaren Wege). Von Torschek führten 2 Wege nachNowgorod; der eine — gerade, ungefähr 12 Tagemärsche, über das Wal-dai-Gebirge und dessen Thäler, die bronnitzkischen Sümpfe und dieFlüsse Msta und Wolchow, — der andre, der sogenannte Seligers-ki sehe, über Ostaschkow (im Winter über den Seliger-See) und Stara-ja-Russa (im Winter über den Ilinen-See). Batu wählte den letzteren,wahrscheinlich weil, obgleich er wenigstens um 6 Märsche länger als dererstere, dennoch durch seine Benutzung Batu alle Unzuträglichkeitendes Marsches auf dem ersteren Wege und angesichts des kriegerischenund mächtigen Nowgorod vermied und zugleich auf die Verbindungenzwischen Nowgorod und Pskow gelangte.
Auf diesem Wege war er bereits bis auf 200 Kilometer an Nowgorodheran, wahrscheinlich schon an den Lowat-Fluss gekommen, es mochteEnde März oder Anfang April sein, aber da trat nun Thauwetter ein, dasEis der Flüsse und Seen schmolz und die Wege begannen grundlos zuwerden. Diese Gefahr und alle die schädlichen Folgen, welche dadurchfür sein Heer entstehen konnten (es ward schon vorher davon geredet),