266 H- Vom Tode KaiTs d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.
So brach denn also B atu nach Einnahme von Rjäsan am 21. Decem-ber nach Nord-Russland auf, aber nicht direct gegen Wladimir, sondernzuerst gegen Kolomna und Moskau. Auch dies geschah sicher wiedernicht ohne Grund, denn bei den Mongolen wurde Alles vorher reiflicherwogen und durchdacht. Der höchst wahrscheinliche Grund dafür, dassB a t u seinen Marsch nach Wladimir über Kolomna und Moskau im Winter,bei Schnee, und auf einem Umwege von 160 km nahm, während er dochbis zum Frühjahr die reichen Orte Nowgorod und Pskow erreicht habenmusste, lag in der Absicht, dem wladimirschen Fürsten Georg II.Wsewolodowitsch die Rückzugslinie von Wladimir nach Moskau,Twer und Nowgorod abzuschneiden und den" west- und südrussisehenDruschinen die Verbindung mit ihm unmöglich zu machen. Diese An-nahme wird noch dadurch bestätigt, dass B a t u nach Besiegung des ihmbei Kolomna entgegen tretenden Heeres Georg's, nach Wegnahme derin Moskau aufgehäuften Waaren und Einäscherung der Stadt mit seinerHauptmacht sich gegen Wladimir wandte, einen Theil seiner Streitkräfteaber zur Wegnahme des am Wege von Twer nach Nowgorod gelegenenOrtes Torschek entsandte.
Vor Wladimir erschien Batu am 3. Februar 1238, also 43 Tagenach Einnahme von Rjäsan, obgleich von Alt-Rjäsan über Kolomna undMoskau nach Wladimir nicht mehr als 420 km oder 28 Tagemärschewaren, und zwar im Winter bei Schnee und für ein mongolisches Reiter-heer ! Der Grund für diese Verzögerung ist unbekannt; vielleicht wurdeBatu unterwegs durch Belagerung oder Wegnahme irgend welcherStädte, oder die Verfolgung irgend welcher russischen Druschinen, oderendlich durch das Zusammenbringen von Lebens- und Transportmittelnaufgehalten.
Als Batu am 3. Februar vor Wladimir eintraf, erfuhr er, dassGeorg nicht im Orte sei (er war fortgegangen, um ein Heer zwischenUglitsch und Wjäschetzko zu sammeln); er belagerte nunmehr Wladimir,die vod ihm ausgesandten Corps nahmen Susdal und brannten es nieder.Am 7. Februar wurde Wladimir durch Batu von den goldenen Thoren,von Norden und von der Kljasma her gestürmt, geplündert und in Aschegelegt, die Einwohner mussten über die Klinge springen. Nach allenSeiten wurden Abtheilungen auf Raub und Plünderung und zur Erobe-rung der Provinz Wladimir ausgesandt, in kurzer Zeit hatte er sich dermeisten Städte bemächtigt und zwischendurch Maassregeln zu einem-plötzlichen Angriffe auf Georg ergriffen.
Der Letztere hatte, in Erwartung der Zusammenziehung des Heeresund der Verstärkungen von Süden und Westen keine Zeit mehr, um nachMoskau, Twer oder Torschek zu gehen, und sah sich genöthigt, sich zudem nördlichen Wege über Uglitsch undBjäschezk nach Nowgorod zu wen-