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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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260 II. Vom Tode Karl's d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.

law von Halitsch Über den Dnjepr zurückgegangen, und hatte alle Schiffehinter sich vernichten lassen, um den Mongolen das Ueberschreiten die-ses Flusses unmöglich zu machen (er wusste nicht, dass ein Fluss keinHinderniss für sie war, s. oben). Die Einwohner der Städte und Dör-fer, welche von den Mongolen berührt wurden, zogen, in der Hoifnung,dass sie die Mongolen durch Unterwürfigkeit besänftigen würden, ihnenmit dem Kreuze entgegen; aber Jene, den Eegeln der Politik Dschin-gis-Khan's eingedenk, dass Alle, die sich nicht auf die erste Auffor-derung unterworfen, sondern Widerstand geleistet hatten, niedergemachtwerden sollten, schonten kein Alter und Geschlecht und verwüstetenAlles mit Feuer und Schwert. So gelaugten sie bis zum SwjatopolskerNowgorod am Dnjepr unterhalb Kijew unweit Wititschew, dann aberwandten sie sich plötzlich, zur grössten Freude der Einwohner, zurückund zogen ab, einem Befehle Dschingis-Khan's folgend, der sie indie Grosse Bucharei zu sich und zu seinem Sohne D s chuds chi berief, indie nordöstliche Mongolei.*) Hiermit endete der erste Einfall derMongolen in Bussland, bei welchem sie, nach Abu 1 ghasi's Zeugniss,absichtlich die russischen Fürsten möglichst weit weg vom Dnjepr tiefin die Steppe auf ihre Hauptkräfte gelockt hatten, deren Ueberlegen-heit und eigenthümliche Art des Verhaltens im Felde und KampfeJene denn auf das Entscheidendste besiegt hatte. Die Trennung derrussischen Fürsten, namentlich Mstislaw's von Halitsch, war sehrunklug und unvorsichtig gegenüber solchen Feinden, die ihnen nochganz unbekannt waren, ihnen zum ersten Male begegneten, und gab ihneneine erste scharfe Lection, welche zum Unglück für sie wie für Russlandfür die Folge ihnen Nichts genützt hatte, vielmehr die unglückseligeUnterjochung Russlands durch die Mongolen für die Dauer von 2 Jahr-hunderten nach sich zog.

§. 84.

Zweiter Einfall Batu's und der Mongolen in das östliche Bussland

(12371238).

Nach diesem Zuge Tschebe's und Subutai's an den Dnjepr imJ. 1224, entsendeten die Mongolen im J. 1229 neue Schwärme an dieWolga. Jenen wie diesen Zug kann man vorläufige gewaltsame Reco-

*) Aber noch ehe sie den Dnjepr hinab nach Tauris zogen, nahmen sie die StadtSudasch, die den Genuesen gehörte und der Hauptdepötplatz des ausgedehntenreichen Handels nach den Nordküsten des schwarzen Meeres war. Von Tauris gingensie Ende des J. 1224 an die untere Donau in das Land der Bolgaren, lockten diesein einen Hinterhalt und schlugen sie dermassen, dass von deren Heere nur 4000 Mannentrannen. Dann erst traten sie den Eücknaarsch zur Wolga an.