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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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250 II. Vom Tode Karl's d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.

durch Waffengewalt zu erlangen, damit er dem russischen Lande undVolke Frieden, Einigkeit, Macht und Grösse gehen könne. Als Werk-zeug zur Erreichung dieses Zweckes wählte er mit Eecht das starke freieNowgorod, das seinen Vater ebenso gelieht hatte, wie es von diesem ge-liebt worden war. Im Winter 1209 zog er seine kleinen Druschinen zu-sammen, erschien überraschend vor Torschka, nicht als Feind, sondernals Freund der Einwohner, nahm nur den Statthalter und die Höflingedes Grossfürsten Wsewolod Georgiewitsch gefangen, zog ihre Be-sitzungen ein und schickte Gesandte nach Nowgorod, um seine Diensteund seinen Schutz anzubieten. Die Nowgoroder waren mit Freudenbereit, den Sohn Mstislaw's desTapferen aufzunehmen, und warfenihren Fürsten Swjatoslaw, Sohn Wsewolod's, gleichwie die wladi-mirschen Bojaren in den Kerker. Mstislaw zog im Triumphe in Now-gorod ein, versammelte ungesäumt die nowgoroder Druschinen und rücktein die Provinz Susdal. An der Grenze derselben stiessen Gesandte desbeunruhigten Wsewolod auf ihn, der keinen Krieg, sondern Friedenbegehrte. Mstislaw und Wsewolod tausehten Beute und Gefangeneaus, und nach Entlassung Swjatoslaw's und der wladimirschen Boja-ren kehrte Mstislaw dann nach Nowgorod zurück (1209). Nachdemhier die Ruhe im Innern und die Sicherheit nach aussen nach der Seitevon Susdal und Smolensk hergestellt war, zog er 1212 in das Land derTschuden, wo um diese Zeit die Ritter des Ordens der Sehwertbrüdersich bereits festzusetzen vermocht hatten und nun ihre Macht rasch wei-ter ausdehnten, indem sie Schlösser und Festungen, katholische Kirchenbauten, ja schon den Grenzen von Nowgorod, Pskow und Polotzk sich zunähern begannen.

Mstislaw wandte sich nach Norden von Jurew (Derpt), unterwarfdie dort wohnenden Tschuden und belagerte im Winter Odenpe oderBärenkopf. Aber im J. 1213 ward er durch die Vertreibung seines Bru-ders Wladimir aus Pskow durch die Einwohner dieses Ortes und dieFlucht Wladimir's nach Riga zu den Schwertrittern, durch die Streitig-keiten der Letztern mit den polotxkischen Fürsten, welche ihnen durchVermittelung Wladimir's alle bis dahin den Polotzkern unterworfenentschudischen Länder abtraten, und endlich durch Einfälle der Litthauerin pskowsches Gebiet bewogen, nach Pskow und von da gegen dieRitter zu ziehen. Nachdem er den Pskowiten einen neuen Fürsten,seinen Vetter WsewolodBorisowitsch, gegeben, marschirteMstis-law mit ihnen. Wladimir, David von Toropezk und 15,000 Kriegern(1213) in das Land der Tschuden., Die Ritter schlössen sich in Riga ein,Mstislaw aber wandte sich nach Erwen, gelangte bis an das Meer, be-lagerte Werpen (Werpel oder Worobjin), erhob Tribut, zerstörte einigeDörfer und kehrte zurück. Kaum war er abgezogen, so traten die Ritter