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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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9. Die bemerkenswerthesten Kriege und Feldzüge dieser Zeit. 247

Halitsch ein und schlug Wladimirko an den Ufern des Sanflusses.Wladimirko bat Geisa um Frieden und versprach die Herausgabealler von ihm (Wladimirko) in der Provinz Kijew besetzten Städte,er hielt aber sein Versprechen nicht und zog von Neuem dem Georg zuHülfe, welcher inzwischen auch die Polowzer herbeigerufen und mit demFürsten von Rjäsan und Swjatoslaw Olegowitsch sich verbundenhatte. Indessen schlug Isjaslaw abermals den Wladimirko undzwang ihn umzukehren; Georg dagegen hatte sich des Landes derWja-titschen bemächtigt und belagerte Tschernigow. Isjaslaw rückte zumEntsatz dieser Stadt herbei. Bei seiner Annäherung flohen die Polowzerund Georg war genöthigt abzurücken.

In dem folgenden Jahre (1153) starb Wladimirko, .und Isjas-law forderte von dessen Sohn und Nachfolger, Jaroslaw, die vonWladimirko versprochene Wiedergabe der Kijewschen Städte. Dasich Jaroslaw weigerte, brach Isjaslaw gegen ihn auf, und an denUfern des Seret kam es zu einer heissen Schlacht zwischen Beiden, inwelcher der Sieg jedoch unentschieden blieb. Hiermit schlössen dieKriegsthaten Isjaslaw's ab: im nächsten Jahre (1154) starb er undhinterliess das Andenken eines tapferen, kriegerischen, kühnen und imKriegswesen erfahrenen Fürsten. Seine Operationen in Süd-Russlandmit geringen Kräften und Mitteln gegen mehrere Gegner, welche ihn vonverschiedenen Seiten gleichzeitig bedrängten, zeichnen sich durch Schnel-ligkeit, Entschiedenheit, Kühnheit, ja Verwegenheit, und Kunst aus undwaren grösstentheils von Erfolg gekrönt.

§.81.

Feldzüge Swjatoslaw's vonKijew, Igor's vonSjäverski und Wsewolod'svon Turowsk gegen die Polowzer (11841185).

Die letzten grossen Feldzüge von russischen Fürsten gegen diePolowzer in deren eigenem Lande waren die der Fürsten Swjatoslawvon Kijew (1184) und der Brüder Igor von Sjäverski und Wsewolodvon Turowsk (1185). Der Letztere ist in dem alten russischen Gedichte:»Das Lied vom Heereszugelgor's verherrlicht.

Im J. 1184 unternahm Swj atoslaw von Kijew und mit ihm etwa12 Fürsten des südlichen Russlands (von Perejaslawl, Turowsk, Pinsk,Grodnensk u. s. w.) mit den Druschinen von Kijew, Smolensk, Vol-hynien, Halitsch u. a. einen Zug gegen die Polowzer;' sie suchten die-selben 5 Tage lang in den Steppen jenseits des Dnjepr und stiessen end-lich auf deren zahlreiche Heere. Wladimir von Perejaslaw, der vorUngeduld brannte, die Verheerung seiner Provinzen an ihnen zu rächen,bat Swjatoslaw, ihm dieAvantgarde zu übergeben, griff mit derselben