246 II. Vom Tode Karl's d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.
besetzte Pjeresopnitz lag. Isjaslaw aber ging an dieser Stadt vorüber,ohne sich aufzuhalten, und die übrigen Städte an seinem Wege unter-warfen sich ihm freiwillig und gern. Am Uschaflusse erreichten ihn dieVortruppen W1 ad i m i r k o 's. Nach dem Rathe der Bojaren und Woje-woden täuschte Isjaslaw mit Geschick den Wladimirko: währender seinen Sohn Wladimir mit einem Theil der Druschine Jenem gegen-über stehen Hess, um ihn aufzuhalten, marschirte er selber in der Nachtmit den Hauptkräften weiter und beschleunigte seinen Marsch so, dass ervollkommen unerwartet vor Bjelgorod und demnächst auch vor Kijeweintraf. Abermals floh G e o r g nach Gorodez , Isjaslaw zog in Kijewein und vergab den grossfürstlichen Thron anWjatscheslaw. Wla-dimir ko aber, der mit Georg unzufrieden war und durch die von Seiteder Ungarn seinem Fürstenthum drohende Gefahr dorthin zurückgerufenwurde, zog ab. Nachdem Georg die Fürsten von Tschernigow und derPolowzer an sich gezogen hatte, rückte er kurz darauf nach Kijew. Is-jaslaw gestattete ihm nicht, angesichts der Stadt selbst über den Flusszugehen, konnte ihn aber nicht mit Gewalt der Waffen verhindern, weiterunten überzusetzen. Unter den Mauern von Kijew an den Ufern des FlussesLybeda kam es zu einer heissen Schlacht, in welcher dem Isjaslaw derSieg verblieb. Durch den ungestümen Stoss der schwarzen Klobukenund der auserlesenen Krieger Isj aslaw's verwirrt, hielten Georg'sDruschinen nicht Stand und wurden zurückgedrängt. Georg zog sichnach der Seite hin zurück, von wo ihm W1 a d i m i r k o von Halitsch zurUnterstützung schon entgegenrückte. Isjaslaw aber setzte ihm nachund erreichte ihn noch, bevor er sich mit Wladimirko vereinigt hatte,an den Ufern des Rut (Rotok) unweit Perepjätow, wo er ihm nach langemfurchtbarem Kampfe eine blutige Niederlage beibrachte. Die Olego-witschen und Polowzer flohen, Georg schloss sich mit einer geringenAnzahl Susdaler in Perejaslawl ein und wurde von den Brüdern Isj as-law's belagert. Nach kurzer Belagerung übergab er die Stadt und gingnach Gorodez, um Wladimirko zu erwarten. Während dieser Letztereaber von Halitsch heranzog, ging Isjaslaw's Sohn Mstislaw ihm mitungarischen Soldtruppen entgegen und lagerte sehr nahe bei ihm ohneirgend welche Vorsichtsmassregel. Wladimirko zog hiervon Nutzen,überfiel ihn unvermuthet und zersprengte sein Heer, Mstislaw selbstvermochte sich nur mit einigen Bojaren zu retten (1152). Isjaslawsammelte eiligst ein Heer, rief die Berendjäer und die schwarzen Klobu-ken herbei und belagerte, nachdem sogar Swj atoslaw Olegowitschund die Tschernigowschen Fürsten zu ihm gestossen, Gorodez, zwangGeorg von hier nach Susdal zu fliehen, und wandte sich dann gegenWladimirko. Nahe beim Karpathengebirge vereinigte er sich mitKonig Geisa von Ungarn, rückte mit demselben in das Fürstenthum