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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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10. Die bomerkenswerthesten Kriege und Feldzüge dieser Zeit. 245

Verbündeten. Isjaslaw suchte bei seinem Onkel Wjatscheslaw undWladimirko von Halitsch um Hülfe nach, erhielt aber abschlägigeAntworten und rief nun die Könige Geisa von Ungarn und Boleslawvon Polen herbei, mit denen er verwandt war, schloss sich aber währenddessen mit seinem Bruder Wladimir in Lutzk ein, wo er sich ver-schanzte. G-eisa schickte ihm 10,000 Reiter, Wladislaw undBo-leslaw führten (wie die Chronisten berichten) ihm selber Hülfstruppenzu. Als sie aber erfuhren, dassWj atscheslaw sich bereits mit Georgvereinigt habe und Wladimirko das Gleiche zu thun sich anschicke,machten die Verbündeten Isjaslaw's in Tscheremin Halt und botensich zu Vermittlern zwischen I sjas 1 aw und Georg an. Der Letztereforderte, dass sie die russischen Grenzen verliessen. Kaum aber war diesgeschehen, so brach Georg alle Unterhandlungen mit Isjaslaw ab,belagerte Lutzk (1150) und brachte bald diese von Wladimir tapferund standhaft vertheidigte Stadt in solche Noth, dass Isjaslaw umFrieden zu bitten gezwungen war, welcher denn auch zu Pjeresopnitz ab-geschlossen wurde. Georg ernannte Wjatscheslaw zum Grossfürstenvon Kijew, behielt alle von ihm (Georg) besetzten Gebiete für sich undgab an Gljäb den früheren Antheil Wj atscheslaw's, an Isjaslawaber Wladimir und die Abgaben von Nowgorod. Kurz danach gabGeorg Wischgorod an Wjatscheslaw, und bestieg selbst den gross-fürstlichen Thron. Isjaslaw empörte sich gegen ihn, bemächtigte sichder Orte Lutzk und Pjeresopnitz und rückte mit einer kleinen Sehaarkühn und plötzlich vor Kijew. Georg floh nach Gorodez. Isjaslawnahm Kijew ein, gegen das nun bald von der einen Seite Georg mitseinem Sohne Andreas, von der andern Wladimirko von Halitschheranzogen. Von zwei Seiten bedroht, entwickelte Isjaslaw Ent-schlossenheit und Schnelligkeit, war aber nicht vorsichtig genug, unddaher fiel die Folge ungünstig für ihn aus. Ohne die Vereinigung mitden Druschinen Wj atscheslaw's abzuwarten, brach er mit denen vonKijew und derBerendjäer allein gegen den ihm am nächsten befindlichenWladimirko auf, stiess an der Stugna auf ihn und lieferte ihm eineSchlacht. Die Berendjäer undKijewer, durch die überlegenen Kräftedes Wladimirko'schen Heeres erschreckt, wandten sich feige zurFlucht und Isjaslaw war gezwungen, sich in Wladimir zu verbergen.Georg aber zog drei Tage nachher in Kijew ein, wo er sich mit Wla-dimirko vereinigte.

Im nächsten Jahre (1151) führte Isjaslaw einen ungewöhnlichkühnen und energischen Zug aus : mit 10,000 Mann ungarischer Mieths-truppen zog er von Wladimir (in Volhynien) gerade auf Kijew los, wosich Georg befand, während hinterlsj aslaw her Wladimirko mar-schirte und auf dem Wege nach Kijew das von Georg's Sohn Andreas