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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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244 IL Vom Tode Karls d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.

mit Isjaslaw Frieden. Nachdem Isjaslaw die Letzteren wie auch denFürsten Kostislaw von Smolensk geneigt gemacht hatte, mit vereintenKräften nach Susdal zu gehen, wandte er sich nach Nowgorod, reizte dieNowgoroder gegen Georg auf und zog mit den nowgorodschen undpskowskschen Druschinen zum Flusse Medwjäditza, wo er sich mitRostislaw und den Druschinen von Smolensk vereinigte. Auch dieFürsten von Tschernigow rückten aus, sie blieben aber im Lande derWjatitschen stehen, um eine Wendung der Dinge zu Gunsten der einenoder der andern Seite abzuwarten. Der behutsame Georg zögerte,Isjaslaw entgegenzugehen, da erwünschte, sich vorher der Mitwirkungder Olegowitschen und Wladimirko's von Halitsch zu versichern,um dann um so sicherer und entschiedener dem Isjaslaw in Kijewund Perejaslawl einen Echec zu bereiten. Inzwischen aber verheertendes Isjaslaw Schaaren das Land an der Wolga bis-zum Uglitsch undMaloga, die Umgegend von Jaroslawl und andere Punkte. Der heran-nahende Frühling und die schlechten Wege zwangen sie jedoch abzuziehn,die Nowgoroder gingen nach Nowgorod, Rostislaw nach Smolensk undIsjaslaw nach Kijew zurück.

Endlich entschloss sich Georg zur Eröffnung der Feindseligkeitenund brach im Sommer 1149 mit den Druschinen von Susdal, Swjatos-law's (den von Sjäverski) und der Polowzer gegen Perejaslawl auf, wosich die Brüder I sj a s 1 a w's befanden, und belagerte diese Stadt. Is-jaslaw zog die Druschinen von Kijew, Smolensk, Wladimir, Perejaslawl,Tschernigow und der Berendjäer zusammen und eilte nach Perejaslawl,um seine Brüder zu entsetzen. Am 23. August 1149 kam es unter denMauern von Perejaslawl zu einer Schlacht, welche für Isjaslaw in Folgeseiner eigenen Fehler und Unvorsichtigkeiten, der Feigheit und derVerrätherei eines grossen Theiles seiner Soldaten, und besonders derList Georg's höchst unglücklich endete. Gleich zu Anfang tratGeorg einen Scheinrückzug an. Isjaslaw glaubte, dass er fliehe,stürzte ihm verfolgend nach, und wurde nun von dem sich plötzlich wen-denden Georg angegriffen. Ein heftiges Handgemenge entspann sich,und bald wandten sich zuerst die Berendjäer, dann auch die Druschinenvon Tschernigow und Kijew zur Flucht; die von Perejaslawl gingen ver-rätheriseher Weise zu Georg über. Isjaslaw gelang es, sich mitseiner grossfürstlichen Druschine allein durchzuschlagen, er floh, totalbesiegt, nach Kijew und von da nach Wladimir an der Wolga. Durchdie geschickte Verbindung von kluger Vorsicht, Zögern und Abwarten undzugleich List und entschlossenes Handeln mit überlegenen Kräften hatteGeorg, ausserdem durch das ihn besonders begünstigende Glück unter-stützt, über Isjaslaw triumphirt, er rückte nun in Perejaslawl undKijew ein und theilte die Besitzungen Isjaslaw's unter seine Söhne und