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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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10. Die bemcrkenswerthesten Kriege und Feldziige dieser Zeit. 243

Tschernigow vereint hatte, in die Sjäverskische Provinz Swjatos-law's ein und verheerte dieselbe. Indessen entsprachen diesem An-fange die Folgen nicht, sie waren vielmehr für Isjaslaw ungünstig.Swjatoslaw floh zu Georg, und bald eroberte er mit Söldnern derPolowzer und Brodniker das ganze Land von Mzensk bis zu den Grenzender Provinz Sjäverski. Die Folge davon war, dass die TschernigowerFürsten auf Swj atoslaw's Seite übertraten. Die Kijewer aber, gegendie Olegowitschen aufgebracht, standen auf und tödteten den gefan-genen und schon in das Mönchsgewand eingekleideten Igor (1147). Nunbrach zwischen Georg und Isjaslaw, den Vertretern der älteren undjüngeren Linie des Geschlechtes Monomachus und deren Verbündetenein erbitterter Kampf aus, welcher den Anfang zu dem in politischer Be-ziehung wichtigen Kampfe zwischen Susdal und Kijew legte. Swja-toslaw, der Sohn Georg Gljäb's, und die Tschernigower Fürstenmit ihren Schaaren, den Polowzern und Brodnikern, drangen in die Pro-vinz Kursk ein und nahmen eine der Städte derselben mit Sturm ; einigeandere Städte unterwarfen sich Gljab, die übrigen behaupteten sich.Bald darauf flohen die von den Polowzern verlassenen Fürsten, da sieerfuhren, dass Isjaslaw zur Sula ziehe und die Smolensker DruschinenLjubetsch eingeäschert haben, nach Tschernigow. Isjaslaw bemächtigtesich der Stadt Wsewolosch, brannteBjälajaWescha nieder, ebenso einigeandere Orte in der Provinz Tschernigow, und kehrte dann nach Kijewzurück. Nun sammelten Swjatoslaw, Glj ab und die TschernigowerFürsten ein Heer, riefen die Polowzer herbei, nahmen Oster oder Goro-dez, zerstörten Bragin und griffen Perejaslawl an. von wo sie aber abge-wiesen wurden. Isj aslaw rief die Ungarn herbei, belagerte Glj ab inOster , zwang ihn zur Unterwerfung, stellte sich demnächst bei Tscher-nigow auf dem Olegower Felde auf und machte dann, nachdem er dieGegner vergeblich zum Kampfe herausgefordert hatte (den sie nicht an-zunehmen wagten, da sie die überlegene Macht Isjaslaw's kannten),eine bemerkenswerthe Bewegung, sie zum Kampfe zu zwingen, indem ernämlich auf Ljubetsch ging, wo sich ihre Kriegsvorräthe befanden. Hier-über besorgt, eilten sie dorthin und waren nun gezwungen, eine Schlachtzu liefern. Beide Heere waren durch den bereits fest zugefrorenenDnjepr getrennt (es war im Winter von 114849), die Bogenschützeneröffneten von beiden Ufern den Kampf. Aber ein zu dieser Jahreszeitungewöhnliches Thauwetter mit Regen machte das Wasser im Dnjeprsteigen, das Eis brach und setzte sich in Bewegung, die DruschinenSwj atoslaw's vermochten kaum noch das andere Ufer zu erreichen,die Ungarn aber brachen ein und ertranken zum grossen Theil. BeideHeere gingen ohne Kampf auseinander, und bald nachher, Anfang desJ. 1149, schlössen Swjatoslaw und die Tsehernigowschen Fürsten

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