10. Die bernerkenswerthesten Kriege und Feldzüge dieser Zeit. 241
besiegt, rief er den König Coloman von Ungarn herbei und drang inRoth-Russland ein. InzwischenhatteDavid mit denRostislawitsehenFrieden geschlossen und den Polowzer-Khan Bonj ak mit seinen Polow-zern herbeigerufen. Unweit Peremyszl wurden Swjatopolk und Co-loman von Wolodar abermals geschlagen und die Ungarn vertrieben;der Krieg aber in Südwest-Russland zwischen Swjatopolk einerseitsund David und den Rostislawit sehen andererseits hörte nicht aufund die Polowzer fuhren fort, Süd-Russland zu verwüsten. Endlich aberim J. 1100 versammelten sich die Fürsten, auf Monomachus Vor-schlag, noch einmal bei Kijew; der Frieden wurde durch Wegnahme desWladimirschen Antheils von David hergestellt, und Monomachusvermochte alle Fürsten (01 e g ausgenommen) dazu, dass sie ihre vereintenKräfte gegen die Polowzer wendeten. Im J. 1101 brachen die Druschinenvon Kijew, Perejaslaw, Smolensk, Rjäsan imd Polozk, und mit ihnenSwjatopolk und ein grosser Theil der Theilfürsten unter der oberstenFührung des Monomachus zu Lande und zu Wasser den Dnjepr hin-unter auf. Hinter den Stromschnellen bei der Insel Chortizk machte dieFlotille Halt; das Heer formirte sich, marschirte in Östlicher Richtung losund stiess nach viertägigem Marsche durch die Steppe auf die Polowzer.Diese kannten die ihnen drohende Gefahr, kamen von allen Seiten inungeheurer Zahl herbei und beschlossen, nach Verwerfung des Rathesihres ältesten Khans, der zum Frieden mit den russischen Fürstenmahnte, — mit dem Feinde zu kämpfen. Das Corps ihrer Vorhut aberwurde umzingelt und niedergemacht, dann auch ihre Hauptmacht in einerblutigen Schlacht total geschlagen. 20 Khane und eine grosse AnzahlPolowzer fielen in der Schlacht, eine noch grössere Zahl gerieth in Ge-fangenschaft , und die russischen Fürsten kehrten mit reicher Beute undeiner Menge befreiter russischer Gefangener wieder heim.
Bis zum J. 1106 Hessen die Polowzer nun die Russen in Ruhe, aberin diesem und dem folgenden Jahre 1107 erschienen sie aufs Neue inderen Südgrenzen, und abermals zogen die Fürsten Swjatopolk, Mo-nomachus mit zwei Söhnen, Oleg und viele Andre ihnen mit vereintenStreitkräften entgegen. Nach Ueberschreitung des Flusses Sula führtensie einen plötzlichen und ungestümen Angriff auf sie aus, drängten siezurück, trieben sie in die Flucht bis zum Chorolj-Flusse, machten einegrosse Anzahl nieder und zu Gefangenen, jagten ihnen alle ihre Beutewieder ab und befreiten alle von ihnen gefangen Genommenen. Die Po-lowzer baten um Frieden; aber 1109 und 1110 lagen von Neuem russi-sche Heere gegen sie im Kampfe, in ihrem eigenen Gebiete am Don, undUli bewog Monomachus abermals die russischen Fürsten, mit ver-einter Macht gegen sie zu ziehen. Das verbündete Heer, am Flusse Gol-twa (am 6. März) zusammengezogen, rückte zu dem Flusse Worskla.
G alitzin, Allgem. Kriegsgeschichte II. 1. 16