240 II- Vom Tode Karl's d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.
ten sich zur Flucht, Centrum und linker Flügel hielten Stand, wurdenaber an die Stugna zurückgedrängt deren Wasser gerade angeschwollenwar. Das russische Heer wurde geschlagen und erlitt grossen Verlust,mit Noth rettete sich Wladimir nach Tschernigow und Swjatopolknach Kijew. Die Polowzer belagerten Tortschesk (von Torken bevölkert),nahmen und zerstörten es nach zweimonatlicher Belagerung, schlugenSwjatopolk, der von Kijew gegen sie ausgerückt war, und zogen sichdann in ihre Steppe zurück. Im J. 1094 erschien abermals Oleg Swj a-toslawitsch, und mit ihm die Polowzer. Von ihnen in Tschernigowbelagert, setzte Wladimir sich hartnäckig zur Wehr, war aber nachacht Tagen gezwungen der Macht zu weichen, und zog nach Perejaslawab. Im J. 1095 brachen er und S wj a t o p o 1 k in das Land der Polowzer ein,verwüsteten es und kehrten mit Beute zurück. Die Polowzer vergaltendies durch einen Einfall in russisches Gebiet, legten die Stadt Jurgew inAsche und zogen wieder ab, nachdem sie mit Swj atopolk Frieden ge-schlossen. Nun wandten Swjatopolk und Wladimir sich gegenOleg nach Tschernigow. Oleg floh von da nach Starodub, in welchemer sich standhaft behauptete. Von dort vertrieben, griff er Murom an,wo Wladimir's Sohn, Isjaslaw, regierte, nahm diese Stadt (1097),ebenso Rostow und Susdal, wurde am Flusse Kljasma geschlagen, ver-folgt und durch einen andern Sohn Wladimir's, Mstislaw, welchermit den nowgoroder Druschinen ihm entgegengezogen war, aus Rjäsanvertrieben. Inzwischen hatten die Polowzer Siid-Russland ausgeplün-dert und verheert und Kijew selbst belagert. Wladimir und Swja-topolk gingen heimlich über den Dnjepr und erschienen vor Kijew. IhrHeer, vor Ungeduld brennend sich mit den Polowzern zu messen, welchejenseits des Flusses Trubesch standen, warfen sich in diesen Fluss undbesiegten die Polowzer (19. Juni 1097). Aber zur selben Zeit war einanderer Haufe der Polowzer in Kijew von einer andern Seite her ein-gedrungen, plünderte die Stadt, zerstörte das Kij.ew-PetscherskischeKloster und die Stadt selbst, und zog mit Beute beladen wieder ab.
Kaum hatten auf dem allgemeinen Reichstage zu Ljubetsch (1097)die Fürsten sich ausgesöhnt, als Swjatopolk durch seinen auf An-rathen von David Igorewitsch ertheilten Befehl, den WasilkoRostislawitsch von Terebowl in Kijew zu blenden, alle Fürstengegen Swjatopolk in die Waffen rief (1098). Von Monomachus undOleg geführt, drangen sie gegen Kijew vor, Hessen aber durch denMetropoliten und die Mutter des Grossfürsten sich zum Frieden mit Letz-terem bewegen, und forderten nur die Bestrafung des David Igore-witsch und die Verbannung aus seinem Wladimir'schen Besitz (1099).Swj atopolk zog nach Volhynien, griff aber nicht David, sondern dieRostisla witschen an. Von einem derselben, dem tapferen W o 1 o d a r,