10. Die beiaerkenswerthesten Kriege und Feldzüge dieser Zeit. 239
so feindlichen Fürstenhäuser, erscheinen in diesem Feldzuge zum erstenMale beisammen auf dem politischen und kriegerischen Schauplatze: siedrangen, so viel bekannt, nach G log au und bis an den Böhmer Waldvor, wo sie vier Monate verweilten. Im folgenden Jahre (1077) starbSwjatoslaw und den grossfürstlichen Thron bestieg von Neuem der 1073vertriebene Sohn Jaroslaw's, Isj aslaw. In Folge dessen entstandeninnere Kriege zwischen Isj aslaw und Wsewolod auf der einen, unddem Polotzker Wseslaw, den Swjatoslawitschen und Rostisla-witschen auf der andern Seite. Wladimir drang mit Isjaslaw indie Provinz Polotzk, plünderte die Stadt Polotzk und brannte sie nieder(1078). Als dann dieSwj atosla witschen und Rostislawitsehen,welche die Polowzer herbeigerufen hatten, in SUd-Russland eingefallenwaren, Wsewolod an dem Ufer derOrschizza besiegt und Tschernigowgenommen hatten, eilte Wladimir seinem Vater und Onkel zu Hülfe,schlug sich durch daff Heer der Polowzer durch und schloss Tschernigowein. Hier entstand ein Kampf, in welchem Isjaslaw fiel, nachdem erden Bieg errungen hatte (1078). Auf den grossftirstlichen Thron stiegWsewolod zu derselben Zeit, als von der einen Seite Oleg und Ro-man Swjatoslawitsch mit den Polowzern schon gegen Tschernigowzogen, und von der andern Seite der Polozker Wseslaw mit einem Ein-fall drohte. Wladimir wandte sich zuerst gegen die Swjatosla-witschen und bestach die Polowzer, welche den Roman tödteten undOleg nach Griechenland führten. Dann kehrte sich Wladimir gegenWseslaw, welcher Smolensk belagerte. Wseslaw floh, nachdem erSmolensk angezündet hatte, Wladimir aber verfolgte ihn mit dertschernigowschen Reiterei und verwüstete das Land der Polotzker. ImJ. 1079 ging er mit den Polowzern wieder dorthin, nahm Minsk undmachte reiche Beute, besiegte dann(1080—1092) die in der Provinz Pere-jaslaw ansässigen Torken, zog zweimal gegen die sich erhebenden Wja-titschen, unterwarf sie und wandte sich mehrmals gegen die Polowzer,welche die südrussischen Grenzen beraubten, schlug sie an der Desna,Chorolia, und jagte ihnen Beute und Gefangene wieder ab. Im J. 1093starb Wsewolod, und Wladimir trat die Würde des Grossfürsten anden Sohn Isjaslaw's, Swjatopolk, ab. Die erste Handlung S'wj a -topolk's war die Einkerkerung der polowzischen Gesandten. ZurRache dafür fielen die Polowzer in russisches Gebiet ein. Von S wj ato-polk herbeigerufen, eilte Wladimir diesem zu Hülfe, rieth zum Frie-den mit den Polowzern, überschritt aber, der Forderung Swjatopolk'sund der Kijewer Bojaren nachgebend, mit Swjatopolk zusammen denFluss Stugna. Ihr Heer stellte sich zwischen den Verschanzungen derStadt Tripolia auf. Hier griffen die Polowzer (23. Mai 1093) dasselbean; die Kijewer Drusehinen, welche den rechten Flügel bildeten, wand-