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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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236 II. Vom Tode Karls d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.

hatten den Zweck, die in diesen Gegenden ansässigen Stämme zu unter-werfen, ihnen Tribut aufzulegen und denselben beizutreiben. Seit Mittedes 12. Jahrhunderts begannen die Schweden sich in Süd-Finnland an-zusiedeln und von dieser Zeit an beginnen auch die fast ununterbrochenfortdauernden Kriege zwischen ihnen und Nowgorod um das Besitzrechtan dem finnischen Lande nördlich und südlich von Newa und Ladogasee.Mit Anfang des 13. Jahrhunderts nahmen diese Kriege einen vorzugs-weisen Religionscharakter an: von den Päbsten angeregt, machten dieSchweden sich schon nicht mehr lediglich zur Vertreibung der Nowgo-rodzer aus dem finnischen Gebiet auf, sondern um die heidnischen Finnenund Nowgorodzer selbst zum römischen Glauben zu bekehren. BeideTheile verhielten sich abwechselnd offensiv und defensiv, drangen gegen-seitig in ihre Gebiete ein, wo sie Städte und Festungen bald erbauten,bald niederrissen. Im Allgemeinen war der Erfolg meist auf Seite derNowgorodzer. Zu Ende des 12. Jahrhunderts hatten sie für sich nichtnur Jäm und Kardien erlangt, sondern, das baltische Meer überfahrend,waren sie in den Mälarsee vorgedrungen. hatten die Stadt Sigtuna undeinen grossen Theil der schwedischen Colonien in Finnland zerstört unddie Stadt Abo in Asche gelegt. Den höchsten Ruhm in den Kriegen derNowgorodzer gegen die Schweden erwarb der nowgoroder Fürst A1 e x a n-der Jaroslawitsch, mit dem Beinamen Newski, durch den ent-scheidenden und glänzenden Sieg, welchen er am 15. Juli 1249 an derEinmündung der Ischora in die Newa über Schweden, Norweger, Jämenund Sumier davon trug, die unter Anführung Bisger 's, des Feldherrndes Schwedenkönigs Erich (des Stotterers) die Finnen zum Christen-thum bekehren und ausserdem Ladoga und sogar Nowgorod selbst hattenin ihren Besitz bringen wollen.

Seit dem 12. Jahrhundert, besonders dem Ende desselben, begannendie Zusammenstösse der Nowgorodzer, im Lande der Tschuden , Livenund Letten, mit den schwedischen, dänischen und deutschen Missiona-ren , welche meist mit Kreuz und Schwert in der Hand den christlichenGlauben unter den Bewohnern dieser Länder zu verbreiten kamen. Alsaber Alb recht vonßuxheuden mit einer Kreuzfahrerschaar in diesemLande ankam und im J. 1200 Riga und (1201) den geistlichen Ritter-orden der livländischen Schwertritter gegründet hatte, fingen nun auchhier die unaufhörlich sich fortsetzenden Kriege der Nowgorodzer, wie derPskowiter und Polotzker Fürsten mit diesem Orden an. Nachdem sichder Orden der livländischen Schwertritter mit dem inPreussen herrschen-den Orden der deutschen Ritter verbunden hatte, führte er diese Kriegemit neuer verdoppelter Kraft und Eifer weiter, bald die Angriffe und Ein-fälle der Nowgorodzer, Pskowiter und Polotzcker abwehrend, bald selbstEinfällein deren Gebiet ausführend und besonders häufigPskow angreifend.