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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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230 IL Vom Tode KaiTs d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.

und rückte nun, als er hörte, dass Tzimikes, welcher unterwegs nochPliskuwa, Dirakau. s. w. genommen hatte, herannahe, diesem entgegen.Am 23. xVpril stiessen beide Heere 17 Kilometer südlich von Dorostolivielleicht bei dem heutigen Kudschuk-Kainardschi) auf einander. Tzi-miskes hatte vorzügliche Truppen, deren besten Theil die ausgezeich-nete schwerbewaffnete Eeiterei bildete, während die Reiterei S w j a t o s -1 a w 's aus ungeordneten Haufen von Ungarn und Petschenegen bestand.Bei dem ersten Zusammenstoss wurde die Avantgarde (Fussvolk) S w j a -toslaw's von der Avantgarden-Reiterei der Griechen geworfen. Dannfiel Tzimiskes über die Petschenegen her, welche den linken Flügelvon S wj a t o s 1 a w 's Heere bildeten, drängte sie zurück und trieb sie indie Flucht. Swjatoslaw unterstützte die Petschenegen durch die Re-serve-Abtheilung. Es entspann sich ein allgemeiner äusserst heftigerKampf: zwölfmal (nach Aussage byzantinischer Schriftsteller) ging derSieg von einer Seite auf die andere, endlich verblieb er den Griechen.Swjatoslaw zog sich mit Verlust nach Dorostol zurück, wo er sicheinschloss. Am 24. April stellte sich Tzimiskes vor Dorostol auf denes umgebenden Bergen in einem befestigten Lager auf, am 25. versuchteer die Stadt mit Sturm zu nehmen; aber das lebhafte Feuer der Wurf-maschinen und Pfeile trieb die Griechen zurück. Hierdurch kühn gewor-den, machten am 26. April die Krieger Swjatoslaw's, zum Theil zuPferde, einen Ausfall, wurden jedoch durch die griechische Reiterei zu-rückgeworfen. Zur selben Zeit erschien auch die griechische Flotille vorDorostol, bemächtigte sich des Donau-Laufes, zwang Swjatoslaw ausFurcht vor dem griechischen Feuer alle seine Nachen an das rechte Uferzu nehmen unter die Mauern der Stadt, und schnitt ihm somit den Rück-zug über die Donau ab. Am 26. April gegen Abend unternahmen Swja-toslaw's Truppen einen neuen Ausfall, ein heftiger Kampf währte biszum anderen Mittag, dann aber wurden sie abermals in die Stadt zurück-gedrängt, unter ihren Gefallenen befand sich auch Sfenkel.

Swjatoslaw Hess den Stadtgraben erweitern, traf viele Vertkeidi-gungs-Maassregeln und war entschlossen, sich bis aufs Aeusserste zuvertheidigen. Tzimiskes, wohl einsehend, dass er es mit einem äusserstmuthigen und tapfern Gegner zu thun habe, beschloss, sich auf Ein-schliessung der Stadt zu beschränken und Swjatoslaw durch Hungerzur Uebergabe zu zwingen. Wirklich brach in Dorostol bald Mangel anLebensmitteln aus. Indessen setzte Swjatoslaw bei einem starkenGewitter, die Unaufmerksamkeit der griechischen Flotille benutzend, mit2000 Mann auf Kähnen über die Donau, brachte in den am Ufer gelegenenOrtschaften alle Vorräthe zusammen, welche er irgend fand, überfiel aufdem Rückwege die griechischen Fourageure, die sich am Ufer befanden,jagte ihnen die von ihnen eingebrachten Vorräthe ab und gelangte wohl-