10. Die beinerkenswerthesten Kriege und Feldzüge dieser Zeit. 229
machte Swjatoslaw sich zu Nutze, dessen Truppen die Grenzen vonThracien und Macedonien ausraubten und verwüsteten, aus Nachlässigkeitaber die Zugänge zum Hämus unbesetzt Messen.
Indessen hatte Tzimiskes die ganze Zeit bis zum Frühjahr 971zu eifrigen Rüstungen benutzt, ein Heer und eine starke Flotte von kleinenSchiffen zusammengebracht, welche auf der Donau operiren sollte, und inAdrianopel grosse Waffen- und Lebensmittel-Magazine u. s. w. angelegt,und diese Stadt zu dem Hauptvertheidigungspunkte bei den Operationengegen Swjatoslaw gemacht. Zugleich bildete er aus den tapferstenJünglingen ein besondres Corps der Leibwache, das er d i e Unsterb-lichen nannte. Im Frühjahr 971 brach er mit seinem Heere aus Con-stantinopel gegen Adrianopel auf und schickte Bar das Skieros 'wel-cher den Bar das Phokas bereits zur Ruhe gebracht hatte) ebendahinvoraus, die Flotte aber in die Donau. In Adrianopel angelangt, war ererstaunt, aber auch erfreut zu vernehmen, dass die Zugänge (Klissurizum Balkan nicht von den Russen besetzt seien (was auf S wj a t o s 1 a w 'sSeite von wenig Kunst zeugte). In Folge dessen überschritt Tzimiskesdiese Pässe ungehindert mit der gepanzerten Reiterschaar der Unsterb-lichen, mit 15,000 Mann Fussvolk und 13,000 Mann andrer Reiterei,lauter auserlesenen Truppen, denen die Fahrzeuge mit Waffen, Lebens-mitteln und Wurfmaschinen folgten, und zu welchen noch viele andregriechische Truppen aus Europa und Asien stiessen, und rückte am12. April gegen Perejaslawez vor, in welchem Swjatoslaw's WojewodeSfenkel mit einem russischen Corps stand. Sfenkel rückte* mit8500 Mann aus der Stadt dem Feinde entgegen, die Unsterblichenaber umfassten seinen linken Flügel und warfen ihn in die Stadt zurück.Am 13. April belagerte Tzimiskes die Stadt. Sfenkel vertheidigtesich mit Muth und Ausdauer, bald aber hatten die Griechen die Mauernzerstört und drangen in die Stadt ein. Die Russen warfen sich in dieKönigsburg , wo sie sich so lange behaupteten, bis T z i m i s k e s siein Brand stecken Hess. Nun brachen die Russen, noch 7000 Mann stark,aus derselben hervor und kämpften noch lange vor derselben auf demMarktplatze, endlich aber, gänzlich umzingelt, wurden sie fast Alle nie-dergemacht. Sfenkel selber gelanges, sich mit einer kleinen Abthei-lung durchzuschlagen und Dorostol zu erreichen. Der Bolgaren-KönigBoris wurde in Perejaslawez von den Griechen zum Gefangenen ge-macht, Tzimiskes aber schenkte ihm die Freiheit und schloss Friedenund ein Bündniss mit ihm. Swjatoslaw, mit seinen Russen, denungarischen und Petschenegen-Soldtruppen, welche in den bulgarischenStädten zerstreut lagen, allein übrig, begann eiligst alle seine Truppenan sich heran nach Dorostol zu ziehen, wo er mit nur geringer Macht sichbefand. Binnen Kurzem hatte er ein Heer von 60,000 Mann beisammen