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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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228 II. Vom Tode Karl's d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.

indem er sich den Anschein gab, als handle er lediglich in der Absieht,die Bolgaren von den Griechen zu befreien.

Nicephorus Phokas, welcher bereute, dass er Swjatoslawherbeigerufen, schickte sich zum Kriege gegen ihn an und bewog dieBulgaren, sich ihm anzuschliessen, er wurde aber auf Anstiften seinerGemahlin Theophana durch den Feldherrn Johann Tzimiskes,Armenier von Geburt, ermordet und Letzterer bestieg nun den Kaiserthron.Klug, tapfer und im Kriegswesen erfahren, beschloss Tzimiskes vorAllem Swjatoslaw aus Bolgarien zu drängen. Die Versuche, dies auffriedlichem Wege zu erreichen, misslangen: Swjatoslaw drohte, dieGriechen selbst aus Europa zu verjagen. Nun entsandte Tzimiskes denerfahrenen Feldherrn Bar d as, mit dem Beinamen S k 1 er o s (der Starke),mit einem 12,000 Mann starken Heere an die Grenze Bulgariens zur Be-obachtung Swjatoslaw's und Deckung Thraciens, er selbst begann einHeer zu sammeln und eine Flotte zu rüsten. Auch Swjatoslaw zogein Hiilfsheer von Bolgaren, ungarischen und petschenegischen Söld-nern zusammen, überschritt mit im Ganzen an 30,000 Mann den Härnus(Balkan) und begann Thracien zu verwüsten. Bar das Skieros zog sichnach Adrianopel zurück, wo er sich einschloss, Swjatoslaw folgte ihmund bezog, vor dieser Stadt anlangend, 3 Lager, in dem einen die Bussenund Bolgaren. in dem andern die Ungarn, in dem dritten die Petsche-negen. Als Bar das Skieros bemerkte , dass die feindlichen Truppensich der Plünderung und Sorglosigkeit überliessen, machte er sich dieszu Nutze, führte bei Nacht sein Heer aus der Stadt, legte es in ein Ver-steck und schickte bei Tagesanbruch Johannes Alak mit einemTheile der ßeiterei gegen den Feind, um ein Gefecht einzuleiten und durcheinen Scheinrückzug Swjatoslaw's Heer in den Hinterhalt zu locken.Die Petschenegen waren die ersten, auf welche Alak stiess; bei dem Ver-stecke angelangt, wurden sie zurückgedrängt und besiegt. Swjatos-law kam ihnen zu Hülfe, die ungarischen Keiter vorn,, das russische undbulgarische Fussvolk dahinter. Durch die griechische Reiterei auf dashinter ihnen folgende Fussvolk zurückgeworfen, brachten die Ungarndasselbe in Unordnung. Nun umfasste und attakirte Skieros von allenSeiten Swjatoslaw's Heer. Es entspann sich ein hartnäckiger Kampf,der Sieg schwankte hin und her, endlich verblieb er dem regelmässigorganisirten Heere der Griechen. Swjatoslaw wurde geschlagen, esgelang ihm indessen, sich durchzuhauen, und er entkam mit grossem Ver-luste über den Hämus nach Bolgarien. Bardas Skieros konnte denerfochtenen Sieg nicht ausnutzen, denn er wurde von Tzimiskes abge-schickt, um den in Cappadocien aufgestandenen Bardas Phokas nie-derzuwerfen, und die Verteidigung der thracischen Grenzen wurde demunerfahrenen und unfähigen Feldherrn Johannes übertragen. Dies