226 II- Vom Tode Karl's d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.
die Provinz Cherson ans, welche dem byzantinischen Reiche angehörte. —einen Zug, welcher in der Belagerung und Wegnahme von Cherson be-stand. Ausserdem fand während der ganzen Regierungszeit W1 a dimir's derKrieg mit den Petschenegen keine Unterbrechung. Ganz ebenso bekämpfteJaroslaw I. , als er sich auf dem grossfiirstlichen Throne festgesetzthätte, im J. 1030 die das heutige Gubernium Esthland bewohnendenTschuden , welche er besiegte und mit Tribut belegte, und um sie im Ge-horsam zu erhalten, baute er eine Stadt oder Festung, welche er nachseinem Namen Georgia oder Jurew nannte (heutige Derpt) ; er führteferner einen Krieg mit dem Nachfolger des PolenkönigsBoleslaw's desTapferen, Namens Mjeczyslaw, welchem er unter thätiger Mitwir-kung seines Bruders Mstislaw Roth - Russland wieder entriss, wieBoleslaw es den Russen entrissen hatte (1031), er wehrte die Petsche-negen von Kijew ab (1037), besiegte und besteuerte die Jatwjagen undLitthauer (1038), und leistete seinem Verbündeten, dem Polen-KönigeCasimir, Beistand bei Beruhigung der aufständischen Masowier (1040),wofür ihm die tscherwonischen Städte als Besitz zuerkannt wurden (1041).Dann führte sein Sohn Wladimir (1042) einen letzten und erfolglosenZug nach Constantinopel aus, welcher damit endete, dass" der grössteTheil der Schiffe Wladimir's durch griechisches Feuer verbrannt, vomSturme zerstreut und vernichtet wurde, und dass ein 6000 Mann starkesrussisches Corps, welches sich mit dem Wojewoden Wusch ata an diethracische Küste gerettet hatte und zu Lande zurückkehren wollte, durchdie Griechen bei Varna geschlagen und fast ganz niedergemacht wurde.
Unter allen den von den ersten russischen Fürsten geführten Krie-gen sind die Züge S w j a t o s 1 a w 's I. in der Donau-Bolgarei und Thracienbesonders beachtenswerth und interessant, sie verdienen mit etwas mehrAusführlichkeit behandelt zu werden.
§.77.Kriege Swjatoslaw's I. (957—972.)
Die ganze 15jährige Regierung Swj atoslaw's I. war eine unun-terbrochene Reihe von Kriegen. Tapfer und kriegerisch, den Friedenund alle Bequemlichkeiten des Lebens gering schätzend, war Swjatos-law mit Leib und Seele Soldat, sann nur auf Krieg und führte denselbenmehr aufs Gerathewohl und um des Ruhmes willen, als um seine Macht zuvergrössern. Nächst seinen ersten Zügen gegen die Chazaren, Bolgaren,Yassen, Wjatitschen u. s. w. (s. oben) verdient sein Feldzug in Donau-Bolgarien und sein Krieg gegen die Griechen besondere Beachtung(967—972).