10. Die bemerkenswerthesten Kriege und Feldzüge dieser Zeit. 225
einsehe Feuer vernichtete die Mehrzahl der Schiffe des Letzteren (941).Aber 0 leg's Zug (907) war erfolgreicher: der griechische Kaiser Leoder Philosoph kaufte sich mit Gold los und schloss einen Friedens-und Handels-Vertrag mit Oleg.
Die Kriege Swjatoslaw's I. unterscheiden sich von den vorher-gehenden dadurch, dass Swjatoslaw schon ausschliesslich zu LandeKrieg führte und hauptsächlich ferne und kühne Züge zu Eroberungs-zwecken unternahm. Er begann damit, dass er sich gegen die Chazarenwendete, deren Khan besiegte, ihre Hauptstadt am Don, Sarkel oderBjeluwesch, einnahm und zerstörte, vom Don zur Wolga vordrang, derenLauf bis zu der reichen Hauptstadt Bolgara der Wolga-Bolgaren verfolgte(968), diese plünderte und zerstörte, dann die Wolga hinabfuhr, das Landder Burtassen (Mordwü) verheerte, eine andere Hauptstadt der Chazaren,Itil, ebenso am Ufer des Kaspi-Sees die reiche Stadt Semender (beimheutigen Tarkow) plünderte, dann die am Kaukasus wohnenden Yassenund Cassogen überwand (Alanen), die Halbinsel Tmutarakan (heutigeTaman) unterwarf,-und auf der, Rückkehr von Osten die Wjatitschen ander Oka besiegte und ihnen Tribut auferlegte. Darnach bekämpfte er inden J. 967—969 und 970—971 in der Bolgarei die Donau-Bolgaren undGriechen (s. unten).
Die Kriege Wladimir's I. und Jaroslaw's I. hatten zum Zwecke:im Innern Befestigung der fürstlichen Gewalt über alle Stämme der Ost-slawen und einige benachbarte finnische;, sowie deren Vereinigung zueinem Volke unter einer Regierung und mit denselben staatlichen Nor-men, ■— und nach aussen die Erweiterung und Sicherung der Grenzen desrussischen Gebietes, Unterwerfung der benachbarten fremden Stämme,Eintreibung von Tribut von ihnen oder Abwehr ihrer Einfälle und Angriffe,oder es lagen ihnen (wie berdem Zuge nach Cherson) irgend welche be-sondere politische Absichten unter. Städte und für die Märsche der Heereim russischen Lande geeignete Verbindungsstfassen gab es jetzt schonmehre als vordem, weshalb diese Züge nicht allein zu Wasser, sondern auchzu Lande erfolgten. Die Fürsten selbst führten solche Züge nicht zur Erhe-bung von Abgaben von den unterworfenen Stämmen aus, sondern umneue Eroberungen zu vollbringen, fremde oder unabhängige Völkerschaf-ten mit Tribut zu belegen, aufrührerische oder unruhige Tributäre zurOrdnung zu bringen und zu züchtigen u. s. w. So eroberte Wladimir L,nachdem er sich auf dem grossftirstlichen Throne befestigt hatte, imJ. 981 das Land der Chorwaten (heutige Galizien), unterwarf (982—984)von neuem die abgefallenen Wjatitschen und Radimitschen und die derDrewljanen-Provinz im Nordosten benachbarten wilden und arglistigenJatwjagen, führte(985) einen (nicht ganz verbürgten) Zug gegen dieKama-Bolgaren und endlich (988) einen Zug in den taurischen Chersonnes oder
Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte II. 1. 15