9. Die bemerkenswerthesten Kriege und Feldzüge dieser Zeit. 219
chische Königin Simonida. Diese verläumdete Milutin's SohnS t e p h a n , es entstand hieraus ein Krieg zwischen Vater und Sohn, inwelchem der Letztere geschlagen, gefangen, geblendet und in den Ker-ker geworfen wurde. Darnach fassten die rassischen lateinischen Baroneden Plan, sich von Serbien loszureissen, brachten Bosnjaken, Ungarnund Italien auf ihre Seite und zettelten einen Krieg an, in welchem derSieg den Ungarn verblieb (1320). Nachdem Simonida nach Constan-tinopel zurückgekehrt war, schickte UroschMilutin sich zum Kriegegegen Byzanz an, starb aber (1321). Nach seinem Tode brachen in Ser-bien grosse Unruhen aus, nach 12 Jahren aber, im J. 1333, wurde dasserbische Königreich ein mächtiges Reich. Der Urheber davon war derkriegerische Stephan Duschan; er empörte sich gegen seinen fried-liebenden Vater, nahm ihn gefangen und schloss ihn auf Anrathen derBojaren in die Festung Swetschan ein, wo er gegen den Willen seinesSohnes erdrosselt wurde. Der nun von dem Erzbischof von Peksk (welchener bei diesem Anlass zum Patriarchen von Serbien ernannte) zum König ge-krönte Stephan war von Natur mit ungewöhnlichen Gaben des Geistesund Herzens ausgerüstet, ein Mann von grosser Körperkraft, Muth,kriegerischem, unternehmendem Geiste, hochherzig und freigebig. Ersuchte sein Vergehen gegen seinen Vater durch eine weise Regierung,Thätigkeit und Gerechtigkeit, durch Erlass einer serbischen Gesetzge-bung und Vervollkommnung der Staats- und Kriegs - Organisation Ser-biens wieder gut zu machen. Gleich mit Besteigung des Thrones erklärteer an Byzanz den Krieg, führte denselben, mit geringen Unterbrechun-gen, glücklich und erfolgreich bis zum J. 1345, und eroberte fast ganzMacedonien, sowie einen Theil Romaniens (Rumeliens). Der Bolgaren-könig zahlte ihm Tribut, Bosnien unterwarf sich ihm, er nahm den TitelKaiser von Serbien und Rom (griechisch) an und gab seinem SohneU r o s c h mit dem Königstitel das Land an Axia und Wardar, zwischenjonischem Meer und Donau bis zum jambolschen Meerbusen. Von dieserMacht Stephan's erschreckt, rief der griechische Kaiser JohannesK a n t a k u z e n o s die T ü r k e n zu Hülfe und im Norden die Ungarngegen die Serben zu den Waffen. Aber Stephan stellte durch Vermitt-lung des Pabstes Clemens VI. sich gegen die Ungarn sicher und wandtesich nun mit seiner ganzen Macht gegen die Griechen und Türken. Die-ser für die Serben grösstentheils glückliche und erfolgreiche Krieg setztesich von 1348 —1350 fort. Aber die Wegnahme der Reichthümer derGeistlichkeit, rechtgläubiger wie römisch-katholischer, überwarf Stephanmit Beiden; die rechtgläubigen Serben vereinigten sich mit den Grossen,die römisch-katholischen wandten sich an Pabst Innocenz VI., welcherden ungarischen König Ludwig bewog, gegen Stephan zu den Waffenzu greifen. Stephan aber besiegte die Ungarn bei Rudnik, — durch