218 II. Vom Tode KaiTs d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.
derts, als der berühmte Stephan Nemanj a in diesem Lande erschien.Er herrschte anfänglich in dem Banate Maczwo zwischen der Morawaund Drina (wo heute Belgrad, Smederewo und Schabaz). Durch einenungewöhnlichen kriegerischen Sinn ausgezeichnet, eroberte er Bosnien(1169), wurde aber nach einem unglücklichen Kriege gegen den byzan-tischen Kaiser Manuel Komnenus im J. 1172 gezwungen, sich diesemzu unterwerfen, indessen nicht für lange Zeit. Im J. 1180, nachManuel'sTode, hörte diese Abhängigkeit auf, und 1185 schritt Stephan zu einerzweiten Ehe mit der Tochter des Kaisers Isaac Angelus und schlossein Bündniss mit dem deutschen Kaiser Friedrich I. Barbarossa,welcher im J. 1189 Stephan als König von Serbien mit Lehnsrechtenanerkannte. Im J. 1191 unterwarf S te ph an einen Theil von Albanien,Macedonien und Bulgarien, dann aber, durch Isaac Angelus vonScopa (Uskuba) abgewehrt und nachher an der Morawa besiegt, entsagteer dem Throne und zog sich in ein Kloster zurück (1195). Zwischenseinen Söhnen Stephan undWuk (auch Wukschan oder Vulkan)kam es zu Streitigkeiten um den Thron; die Ungarn traten auf Wuk'sSeite und besiegten Stephan. Endlich aber neigte sich das KriegsglückaufStephan's Seite und sein jüngerer Bruder, der serbische BischofSawwa der Heilige, brachte ihm aus Constantinopel die Königskrone,mit welcher er selbst ihn zum Könige krönte, weshalb Stephan auchder erste König von Serbien genannt wird. Seine Nachfolgerhatten seine grossen Eigenschaften nicht geerbt, und in Serbien herrsch-ten Unruhen, im J. 1242 aber hatte es unter Stephan Urosch III.einen Einfall der Mongolen unter Führung von Batu's FeldherrnKadan zu erdulden. Der Letztere durchzog bei Verfolgung des KönigsBela von Ungarn, welcher nach Schplit (Spalatro) in Dalmatien floh,Slawonien, Chorwatien, Dalmatien und kehrte durch Serbien nach Ungarnzurück, um sich mitBatu zu vereinigen, unterwegs Alles verwüstend,auch Serbien. Zwischen 1271 und 1278 empörte sich Urosch.'s SohnStephan Dragutin gegen seinen Vater, aufgereizt durch das Gerücht,dass Letzterer den Thron an seinen jüngeren Sohn abtreten wolle.Urosch fiel in einer Schlacht gegen Stephan, dieser aber, von Keuegetrieben, Uberliess im J. 1200 seinem jüngeren Bruder Milutin dieKrone unter der Bedingung, dass Stephan's Sohn Wladislaw seinNachfolger werde; für sich behielt er nur das Banat Maczwo. Milutin,der zum Könige gekrönt sich UroschKral nannte, zeigte sich als krie-gerischer Herrscher, half seinem Bruder Stephan Dragutin bei Nie-derwerfung zweier mächtiger Empörer, fiel 1283 in die Grenzen des byzan-tinischen Reiches ein, eroberte viele griechische Städte, besiegte den KaiserAndronicusPaläologus und kehrte mit reicher Beute nach Serbienzurück. Um ihn zu besänftigen, vermählte Andronicus ihm die grie-