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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 1 (1880) Von 476 bis zur Erfindung des Pulvers, 1350
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9. Die bemerkenswerthesten Kriege und Feldzüge dieser Zeit. 215

Gedimin's Tochter Aldona, und im J. 1324 wurde zwischen Polenund Litthauen das erste Biindniss gegen die gemeinsamen Feinde,namentlich gegen die Deutsch-Ritter, abgeschlossen.

Im J. 1326 begann der Krieg zwischen Polen und Litthauen auf dereinen und dem Orden, Masowien, Brandenburg und Böhmen auf derandern Seite. Wladislaw undGedimin verheerten die Mark Bran-denburg , die Deutschen riefen den König von Böhmen zu Hülfe undunternahmen unter seiner Führung (13291330) einen Kreuzzug in dasInnere von Litthauen, brannten Wilna nieder und eroberten Dobrschinnebst einem Theile von Cujavien. Wladislaw begann alle seine Machtzusammenzuziehen und berief (1331) einen Reichstag nach Chenzin, umüber die Mittel zur Fortsetzung des Krieges zu berathen. Der hierbeiwegen verschiedener Rechtswidrigkeiten abgesetzte oberste Starost vonGross-Polen, Vincentius, ging aus Rache zu den Rittern über undführte sie in das Innere von Polen. Aber Wladislaw wusste ihn wie-der auf seine Seite zu bringen und erlangte unter seiner Mitwirkung imJ. 1331 beiPlovckz oderBlevo einen entscheidenden Sieg über die Ritter.Die Letzteren aber kehrten, nachdem sie bedeutende Verstärkungen ausDeutschland erhalten, zurück und bemächtigten sich des übrigen Theilesvon Cujavien (1332). Wladislaw schickte sich zur Fortsetzung deserbitterten Kampfes gegen sie an, starb aber 1333, seinem Sohne Casi-mir diese Aufgabe hinterlassend.

Gross waren die Verdienste Wladislaw's um Polen gewesen, so-wohl in Bezug auf innere Maassregeln, als auf Thaten und Kriege nachaussen, und nächst Boleslaw dem Tapfern und Grossen steht erwürdig in der Reihe der wenigen besten Herrscher und HeerführerPolens. Zum Glück für das Land setzte sein Sohn Casimir HL(13301370), welcher gleichfalls den Beinamen des Grossen erlangte,das ihm überlassene Werk würdig fort. Nach Abschluss eines Waffen-stillstands mit dem Orden (1334) trat er mit dem König Johann vonBöhmen, aus dem Hause Luxemburg, in Unterhandlungen und bewog ihndurch Vermittelung von Ungarn zu Wischegrad an der Donau (1335jzur Verzichtleistung auf den Titel eines Königs von Polen und die Lehns-hoheit über Masowien, wogegen er selbst für ewige Zeiten auf Schlesienverzichtete. Um mit dem Orden Frieden zu halten, schloss er (1337) mitdemselben zu Wladislawo in Cujavien einen Vertrag, welcher ihm dieRückgabe von Cujavien und Dobrschin zusicherte, wogegen er auf dasDanziger Pommerellen verzichtete (dieser Vertrag wurde jedoch erst1343 durch den Orden zu Kaiisch erfüllt).

Für diese Abtretungen zu Gunsten Böhmens und des Ordens ent-schädigte sich C asimir durch Erwerbung von Roth-Russland. Die Er-ledigung des Thrones von Lwow. (Lemberg) durch den Tod Boleslaw's