216 II- Vom Tode Karl's d. Gr. bis zur Einführung der Feuerwaffen.
Troidenowitsch und die nach Gediinin's Tode in Litthauen aus-brechenden Unruhen boten Casimir Gelegenheit, in Daniel's, desrussischen Königs, Nachfolge zu treten. Im J. 1340 rückte er mit einemstarken Heere in Roth-Kussland ein, bemächtigte sich Lembergs ohneKampf und verwandelte dies Fürstenthum in eine Wojewodschaft,welche unter der Bezeichnung der russischen lange bei Polen ver-blieb. Einem Kriege mit Litthauen aus dem Wege gehend, sicherte erLj ubart die Herrschaft in Volhynien und Keistut die in Podijas.
Die Erwerbung von Roth-Russland verwickelte indessen Casimirin verschiedene Kriege. Die russischen Fürsten und Bojaren wollten ihmnicht gehorchen, wiegelten das Volk auf und verheerten im Bunde mitden Tataren im J. 1341 Lublin. Dann brachen Streitigkeiten mit denlitthauischen Fürsten aus, welche sich für die nächsten Erben der klein-oder Südwest-russischen Theile hielten. Den Krieg Ol gerd's, Gross-fdrsten von Litthauen, mit dem Orden sich zu nutze machend, entrissCasimir dem Lj ubart (1349) Wladimir und Hess ihm nur noch Luczkoals Lehnsherrschaft, danach zerriss die Verbindung zwischen Polen undLitthauen und Casimir war sogar gezwungen in Rom sich um einenKreuzzug gegen Litthauen zu verwenden, das ein Bündniss mit den Tata-ren eingegangen war (1351). Nun begannen wechselseitige Verwüstun-gen, welche mit Unterbrechungen bis zu Casimir's Tode fortdauerten.Im J. 1353 erlangte Lj ubart die ihm entrissenen Städte zurück undverheerte gemeinschaftlich mit Keistut Halitsch und Zavichwostj. Aberim J. 1366 musste er Wladimir und die Städte auf dem linken Ufer desTurscha-Flusses abtreten, sodass das Culmer Gebiet und das BelczkerFürstenthum bei Polen verblieben'. Im J. 1368 verwüstete KeistutMasowien und sogar Pultusk, Lj ubart aber Roth-Russland.
§.73.Kriege der Serben.
Die kriegerischen Stämme an der Elbe und Oder, welche sich indem heutigen Südwestrussland festgesetzt hatten und von dort im 4. Jahr-hundert durch die Hunnen über die Grenzen des oströmischen Reichesgedrängt worden waren, behaupteten sich trotz der Wechselfälle desKrieges in dem Donaugebiete. Seit dieser Zeit standen sie immer bald infreundlichen, bald in feindlichen Beziehungen zu dem byzantinischenReiche. In der 2. Hälfte des 9. Jahrhunderts bewog sie die Gefahr,welche ihnen von Westen — von Seiten des deutschen Reiches, und von derSee her seitens der africanischen Mauren drohte, sich unter den Schutzdes Kaisers von Byzanz, Basilius des Macedoniers (867—885) zustellen. Er besiegte die Flotte der Mauren, stellte Ruhe und Ordnung in